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Wermelskirchen
Verzällchen vom Zoch durchs Dorf

Wermelskirchen: Verzällchen vom Zoch durchs Dorf
Von wegen böser Wolf - dieser fletschte seine Zähne nicht, sondern lachte übers ganze Gesicht, obwohl er vorher wohl mit dem Kopf durch die Holzwand gegangen ist. FOTO: Solveig Pudelski (7), Peter Meuter (1)
Wermelskirchen. Der Dawerkuser Zoch lebt auch von vielen kostümierten, gut gelaunten Zuschauern. Sie wurden mit reichlich Wurfmaterial belohnt: Strüsschen, Kamelle, Eiskratzer und Selfie-Sticks. Von Stephan Singer

Der Rosenmontagszug im Dorf gestern Morgen war ein erlebnisreiches Spektakel mit ganz verschiedenen Teilnehmern. Der "Einpeitscher" Mit Marcus Kirstein am Mikrofon bildete der Hahneköppverein die Spitze des Zuges. Kirstein war dabei zuletzt immer auf einem Wagen, dieses Mal war er zu Fuß im "goldigen" Paillettenanzug unterwegs: "Das macht Laune, so kann ich die Leute ganz unmittelbar anfeuern und den einen oder anderen persönlich begrüßen - der Einpeitscher muss knallen", sagte er.

Den "Job" macht Kirstein seit 1999, nach dem Zug gönnte er sich erst mal eine Currywurst mit Pommes. Die Mariechen In ihren kurzen Röcken waren die Tanzmariechen den frostigen Temperaturen "eiskalt" ausgesetzt. Da halfen wollige Strickstulpen, die zumindest bis zum Knie wärmten und reichlich Bewegung im Rhythmus der närrischen Klänge. Sarah Hempel, Mariechen bei der Tanzgarde der Dhünnschen Jecken, stellte fest: "Die Füße werden mit der Zeit etwas kalt, ansonsten ist es kein Problem.

" Die Tänzerinnen müssten mit ihren glatten Sohlen an den Stiefeln schon darauf achten, wo sie hin treten. Die "Tröten" Lautstark machte manch einer auf sich aufmerksam, um Kamelle zu ergattern. Dirk Wartmann tutete mit seiner Tröte zu einem weiteren Zweck: "Das ist das Sammelsignal für unsere Clique." Die Tröte, die von einem Oldtimer stammt, bekam er einst von seinem Großvater. "Heute sorgt sie für den Randalefaktor", sagte Wartmann und lachte.

Eigens aus einem Trompetenmundstück, einem Trichter und einem Gartenschlauch hatte Heinz Schmitz sein närrisches Instrument zusammengesetzt, um sich lautstark die Aufmerksamkeit der Zugteilnehmer zu sichern. "Spaß muss ja sein", sagte der auch als Büttenredner von "Apollo" in Grunewald bekannte Schmitz. Die Kamelle Neben Bonbons, Popcorn und Schokoladentafeln konnten die Besucher am Wegesrand manch einen unverhofften "Schnapper" aus der Luft ergattern: Selfie-Sticks für das Handy, Plüschteddybären, CD-Taschen oder Eiskratzer gehörten dazu.

Die "Mutti" Von den Erwachsenen des "großen" Tanzcorps der Grunewalder wird Stephanie Bützer liebevoll "Mutti" genannt. Jetzt wird die Kommandantin der Grün-Weißen tatsächlich Mutter und musste aufgrund der Schwangerschaft als Tanzmariechen aussetzen. Nichtsdestotrotz begleitete Stephanie Bützer das Tanzcorps zu jedem Auftritt. Der "Klar-Schiff-Macher": Als Leiter des Betriebshofs hatten Volker Niemz und sein Team einen langen Tag.

Vor dem Rosenmontagszug musste sich die Mannschaft nicht nur um die Absperrung des Dorfkerns kümmern, sondern auch den Zugweg auf Glätte überprüfen. "Bei der Wetterlage hilft nur Salz gegen Eisglätte. Wir hatten uns aber seit Freitag darauf eingestellt", berichtete Niemz. Magendrücken bereite ihm der Müll, wie die Konfetti, die bei der Feuchtigkeit auf dem Asphalt haften und kaum zu entfernen seien: "Das ist Rosenmontag, da müssen wir durch.

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Quelle: RP
 
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