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Wermelskirchen
Viele Fahrer, viele Passagiere, eine gute Finanzlage und große Pläne

Wermelskirchen. Strahlende Gesichter und beste Stimmung: Die Jahreshauptversammlung des Bürgerbusvereins war nicht nur in Windeseile geschafft, sondern Bilanz und Ausblick fielen ausgesprochen positiv aus. "Wir haben im vergangenen Jahr acht neue Fahrer für den Verein gewinnen können und in diesem Jahr bereits vier", berichtete Vorsitzender Wolfgang Craen gleich zu Beginn. Einige aktive Mitglieder seien in den "Bürgerbus-Ruhestand" eingetreten, dafür hätten sich aber die neuen Ehrenamtliche gefunden. Aktuell sind 31 Fahrer im Einsatz - drei Frauen und 28 Männer. Warum das Ehrenamt am Steuer so beliebt bei Männern ist? "Das weiß ich auch nicht", sagt Wolfgang Craen, "aber wir freuen uns über jeden, der mitmachen will, egal ob Frauen oder Männer." Und deswegen lud er während der Versammlung die Mitglieder ein, auch noch mal die Werbetrommel zu rühren.

Konstant sind indes auch die Zahlen der Fahrgäste geblieben: 8000 Passagiere zählte der Verein im vergangenen Jahr. "Damit bestätigen wir die Zahlen der beiden Vorjahre", erklärte der Vorsitzende. Ein Drittel der Passagiere seien Menschen mit Schwerbehindertenausweis, die häufig mit Begleiter unterwegs seien. Schwerbehinderte Menschen nutzen den öffentlichen Nahverkehr kostenlos, für die Erstattung sorgt die Bezirksregierung.

Nicht nur in Behördenfragen sind die Mitglieder des Bürgerbusvereins längst Experten geworden, sondern auch wenn es um die Anforderungen an den Öffentlichen Nahverkehr geht: "In drei Jahren sollen alle Busse im Rheinisch-Bergischen Kreis barrierefrei sein", berichtete der Vorsitzende. Und das gelte auch für den Bürgerbus. Deswegen müssten sich Vorstand und Verein frühzeitig mit Plänen für einen neuen Bus auseinandersetzen. Rund 90.000 Euro kostet ein Niederflurbus, der Rollstuhl- und Rollatorfahrern an Bushaltestellen in der Stadt ein ebenerdiges Einsteigen ermöglicht. Bushaltestellen auf dem Land werden durch eine Rampe ebenfalls nutzbar. "Das Land unterstützt die Anschaffung mit 60.000 Euro", kündigte der Vorsitzende an. Bei der Finanzierung der restlichen 30.000 Euro hofft der Verein auf die Stadt und den Kreis. "Immerhin ersparen wir der Kommune seit vielen Jahren Kosten", befand der Vorsitzende. Den dritten Teil der Anschaffungskosten will der Verein selbst mit Erspartem aufbringen. "Unsere Kassenlage ist gut", erklärte Kassiererin Regina Leven.

Während der anschließenden Vorstandswahl bestätigten die Mitglieder ihren Vorsitzenden einstimmig. Turnusgemäß stand auch die Wahl des Schriftführers und des Koordinators auf der Tagesordnung. Auch hier bewiesen die Mitglieder Einmütigkeit: Petra Löltgen wurde als Schriftführerin wiedergewählt. Auch Annemarie Galgon wurde im Amt der Koordinatorin bestätigt. "Wir haben uns nicht nur für ein Ehrenamt entschieden, das Freude macht", befand der alte und neue Vorsitzende schließlich, "sondern wir füllen auch eine Nische im ländlichen Raum und ermöglichen Menschen so die Mobilität."

(resa)
 
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