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Wermelskirchen
Viele Familien wollen Flüchtlingskindern helfen

Wermelskirchen. Das Jugendamt war mit der Resonanz zufrieden: 50 Besucher kamen zum Info-Abend über das Thema Gastfamilien, Vormundschaften und Sprachmittler für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge. Die Wermelskirchener zeigten dabei durchdachte und engagierte Hilfsbereitschaft.

Diesen Eindruck teilte die pädagogische Leiterin des Jugendamtes, Barbara Frank. "Es war ernsthaftes Interesse von gut vorbereiteten Leuten spürbar. Darauf lässt sich aufbauen", sagte sie. Das Jugendamt will nun alle Bürger, die bereit sind als Gastfamilie zu fungieren oder Vormundschaften zu übernehmen, in den nächsten Wochen besser kennenlernen.

In einem zweiten Schritt gibt es eine Schulung durch den Intensiv-Pädagogischen Dienst (IPD), mit dem das Jugendamt zusammenarbeitet. Der IPD wird zudem den Familien, Vormündern und den geflüchteten Kindern begleitend zur Seite stehen. "Wir sind hier, weil wir auf Menschen zugehen wollen. Aber wir werden auch auf mögliche Enttäuschungen vorbereiten", betonte Petra Kronenberg vom IPD.

Wie komplex das Thema ist, bei dem eine Rechtsprechung zugrunde liegt, dass in Deutschland alle Minderjährigen umfassend schützt, zeigte sich daran, dass Barbara Frank und ihre Mitstreiter erst 45 Minuten über die Grundlagen und damit verbundenen Verfahren referierten. Unter den Zuhörern war Andrea Windler aus Remscheid, die eine Patenschaft für einen 17-jährigen Jungen aus Afrika, der in einer Wohngruppe der Evangelischen Jugendhilfe (EJBL) Bergisch Land lebt, übernommen hat. Sie lobte die Veranstaltung, verwies aber auch auf die Schwierigkeiten: "Es ist schwierig in Deutschland, Hilfe anzubringen. Wichtig ist Integration, diese Kinder müssen erfahren, wie wir ticken. Nicht die Besichtigung des Kölner Doms ist wichtig." Wichtig sei, Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen.

Barbara Frank betonte, dass Gastfamilien von den Behörden und Organisationen nicht alleine gelassen würden. Auch Fragen zum zeitlichen Ablauf beantwortete sie: "Vor Weihnachten wird das nichts." Das Jugendamt erwartet für Anfang 2016 einen hohen Bedarf an Gastfamilien und Vormündern. Dann werden nämlich die unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge aus den Bundesländern, in denen zurzeit übermäßig viele angekommen sind, auf andere Bundesländer verteilt.

(sng)
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