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Schnelles Netz für alle
Viele Schritte in die Digitalisierung von Schulen

Schnelles Netz für alle: Viele Schritte in die Digitalisierung von Schulen
Im IT-Raum der Stadtverwaltung: Ioannis Vasilakos (r.) und Raphael Kemna sind für viele Schulen die Ansprechpartner vor Ort, wenn es mit der digitalen Technik Probleme gibt oder ein neues Whiteboard installiert werden muss. FOTO: Peter Meuter
Wermelskirchen. Ioannis Vasilakos ist IT-Ansprechpartner der Stadtverwaltung für Schulen. Sobald die Computertechnik hakt, sind die Kenntnisse des Informationstechnikers gefragt. Von Melanie Aprin

Wenn Ioannis Vasilakos (36) in den regelmäßigen IT-Arbeitskreisen der Stadt auf Vertreter der Schulen trifft, ist die Not bisweilen groß. Denn jeder Schritt auf dem Weg zur digitalen Schule bringt auch Probleme mit sich. "Wir haben letztes Jahr in den Herbstferien in Zusammenarbeit mit der Tente Stiftung und den Fördervereinen der Schulen 38 neue Whiteboards in Betrieb genommen", erzählt der Fachinformatiker als Beispiel.

Diese interaktive Technik sei "für die Lehrkräfte ein neues Aufgabengebiet, das im Moment zu vielen Anfragen führt". Da gehe es im Einzelnen "um die Installation von neuer interaktiver Whiteboard Software, um Beamer-Justierungen oder um Probleme bei der Nutzung der interaktiven Whiteboard-Stifte", erklärt der gebürtige Leverkusener, der seit 2001 in der Wermelskirchener Stadtverwaltung arbeitet. "Neben solchen Problemen treten im Alltag auch Störungen mit Kopierern, Schulverwaltungsprogrammen oder Störungen im Bereich des Netzwerkes auf." Kommt es zu derlei Schwierigkeiten, "ist der Support-Anteil in den Grundschulen höher als in den weiterführenden Schulen". 

Denn am Gymnasium oder an der Realschule werde Informatik unterrichtet, weshalb es dort "Lehrkräfte mit einer ausgeprägten Affinität zur IT" gebe. Am Gymnasium habe die Schulleitung mit ihrem Neuzugang Raphael Kemna ferner das Glück gehabt, einen Lehrer gefunden zu haben, der als Computertechniker besonders versiert sei.

Zudem würden ihn Lehrkräfte wie Daniela Kortebusch unterstützen, die spezielle Kenntnisse zu Medienkonzepten einbringe, oder Stephan Neuhann, der sich mit der digitalen Arbeits- und Kommunikationsplattform Logineo bestens auskenne. Eine Arbeitsteilung, die an den Grundschulen häufig fehlt - was Folgen habe: "Durch den ständigen Aufgabenzuwachs sind viele Grundschulen mit der IT-Koordination einfach überlastet." Denn die IT-Strukturen der Schulen seien enorm gewachsen sind, und die IT-Organisation sei immer wichtiger geworden ist.

"Eigentlich braucht jede Schule einen IT-Beauftragten vor Ort, für den das Land Entlastungsstunden gibt", sagt Vasilakos. Ohne eine solche Fachkraft könne die Digitalisierung der Bildung nicht funktionieren. Das berücksichtige auch der aktuelle Medienentwicklungsplan, in dem "pro Schule ein IT-Koordinator und ein Vertreter vorgesehen ist, der zum Beispiel für die Benutzerpflege, die Kontrolle der Datensicherung und die Überprüfung von Stromversorgung zuständig ist".

Indes sei "ein geregelter Support für die Schulen keine neue Idee, die erst mit dem Medienentwicklungsplan entstanden ist". Schon die Maßnahme "Schulen ans Netz", eingeleitet Ende der 90er Jahre, habe den Support in geregelten Bahnen lenken sollen. Der Medienentwicklungsplan reaktiviere die Thematik nun lediglich und biete die Perspektive, Fördermittel vom Bund zu erhalten und die nächsten Schritte zu gehen. Denn in einer wirklich digitalen Schule gehe es nicht nur um einen gut geregelten Support vor Ort. "In einer modernen Schule besitzt jeder Schüler ein Tablet und kann von jedem beliebigen Ort auf seine Daten im Cloud-Speicher jederzeit zugreifen. Es existieren nur noch digitale Schulbücher und Unterrichtsmaterialien, die ebenfalls digital verteilt werden."

Damit dieses Ziel - ein virtueller Arbeitsraum, wie ihn auch das Gemeinschaftsprojekt Logineo NRW von Land und Kommunen anstrebe - funktioniere, müsse "zukünftig schon in den Grundschulen Informatik als Fach oder in Form einer Arbeitsgemeinschaft unterrichtet werden". Denn PC-Aufbau, sicherer Umgang mit PC's, Office-Anwendungen und kleinere Programmieraufgaben seien IT-Basics, die man Schülern nicht erst an einer weiterführenden Schule vermitteln dürfe. Die Informationstechnologie entwickele sich rasend, es werden immer neue Trends geschaffen. Trends, die man an den Schulen nicht ignorieren dürfe.

"Schulen sollten aber nicht auf den Zug der Trends aufspringen, ohne die Techniken genauer unter die Lupe zu nehmen." Vor allem die Sicherheit bei vertraulichen Daten, wie sie an weiterführenden Schulen in Wermelskirchen bereits in dem System Logineo hinterlegt sind, sei wichtig. "Die Sicherheit solcher Daten kann keine Schulleitung alleine garantieren. Es müssen alle Beteiligten sensibel damit umgehen." Dazu gehöre, dass "jede Lehrkraft auf ihrem privaten Endgerät bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergreift und regelmäßig Updates von Betriebssystemen durchführt".

Quelle: RP
 
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