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Wermelskirchen
Vom Busbahnhof aus die Trasse erkunden

Wermelskirchen: Vom Busbahnhof aus die Trasse erkunden
Axel Figge (links) und Patrick Dumjahn-Ruppio haben Fahrradboxen am Busbahnhof gemietet und nutzen sie regelmäßig. FOTO: P. Meuter
Wermelskirchen. Immer mehr Menschen entdecken das Radfahren im Bergischen für sich. Und so stoßen auch die vier Fahrradboxen am Busbahnhof auf immer mehr Interesse. Alle sind vermietet. Für manche ein Ausgangspunkt für Radtouren. Von Udo Teifel

Axel Figge ist ein leidenschaftlicher Radfahrer. Vier- bis fünfmal ist er in der Woche bei trockenem Wetter unterwegs. Am liebsten auf der Balkantrasse von Wermelskirchen Richtung Lennep. Da fühlt sich der 63-Jährige wohl. Wobei er nicht von seinem Wohnort losfährt. Er lebt nämlich in Remscheid-Bliedinghausen. Figge fährt mit dem Bus zum Busbahnhof, wo er eine Fahrradbox gemietet hat. Die Investition hat sich längst für ihn gelohnt.

Mit dem Neubau des Busbahnhofs ist auch das Radfahren an diesem Verkehrsknotenpunkt angekommen. Es gibt nicht nur Stellmöglichkeiten im inneren Bereich des Bahnhofes, sondern auch Fahrradboxen. Die vier Boxen sind alle vermietet, berichtet Nicole Saage vom Tiefbauamt. "Bei großer Nachfrage könnten wir weitere Boxen aufstellen." Interessenten können sich bei ihr melden und sich vormerken lassen (Tel. 02196 710661).

Der Remscheider findet das Angebot "super". "Von Remscheid ist es nämlich schwierig, nach Wermelskirchen per Rad zu kommen", berichtet er. Er hat zwar auch ein Auto, aber das Rad auf den Dachträger zu befestigen, sei ihm doch zu umständlich. Da hörte er dann von dem Angebot in Wermelskirchen. "Die Boxen kosten im Jahr 60 Euro Miete. Das ist zu verkraften", sagt er. Zumal er immer mal wieder mit dem Rad im normalen Bus gefahren sei. "Da waren die Fahrer nicht immer begeistert", erzählt er.

Mit der Box sei dies alles nun vorbei. "Für mich sind da natürlich auch Jugenderinnerungen verbunden. Ich bin früher mit dem roten Schienenbus auf der Balkanstrecke gefahren." Ihm genügt die Tour vom Busbahnhof bis Lennep. Er sei auch schon mal bis Hückeswagen geradelt oder nach Burscheid. Aber er fahre nicht gern durch die Stadt. "Ich bin durch meine kaputte Bandscheibe nicht mehr so beweglich. Da fällt mir das Umdrehen schwer." Da sei die Trasse schon sicherer.

Langweilig ist ihm diese Strecke übrigens nicht. "Sie ist doch optimal. Keine Steigung, und wenn ich morgens radele, ist auch kaum Betrieb."

Patrick Dumjahn-Ruppio hat gleich zwei Boxen angemietet - für sich und seine Frau Thordis. "Wir wohnen in Dabringhausen. Aber wenn wir in Wermelskirchen unterwegs sein wollen, haben wir dann dort ein Fahrrad." Er ist ein sportlicher Fahrer, der auch schon mal über Ketzberg und Hilgen über die Trasse zurückfährt. Das macht er meist mit einem Mountainbike. Später will er sich andere Bikes zulegen.

Dumjahn-Ruppio ist begeistert von der Qualität der Boxen. "Da ist gut investiert worden. Es gibt einen Diebstahlsschutz sowie einen Sicherungskasten für E-Bikes." Das heißt: Es kann dort geladen werden, die Stromkosten sind im Mietpreis enthalten. Und wenn der Akku voll ist, stoppt der Ladevorgang.

Natürlich gibt es auch am Busbahnhof eine einzelne Ladesäule für E-Bikes. Der Schlüssel hierzu ist gegen Kaution im Kiosk Duran während der Öffnungszeiten erhältlich.

Auch der Ortsverein der Grünen hat eine Box gemietet. Sie steht zurzeit leer. "Die Fahrradbox haben wir aus politischen Gründen angemietet, als es noch keine Nachfrage gab. Wir wollen damit einfach ein Signal setzen", erklärt Vorstandsmitglied Ursel Klein. "Wir unterstützen das Radfahren und finden dieses Angebot an diesem zentralen Punkt gut." Sollte ein Bürger dringend eine Box anmieten wollen, würden die Grünen die Box zur Verfügung stellen. Ein Anruf genügt: 02193 8047242.

Quelle: RP
 
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