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Wermelskirchen
Wakeboarder starten per Knopfdruck

Wermelskirchen: Wakeboarder starten per Knopfdruck
Ein Blick von oben auf die neue Wakeboard-Anlage im Freibad Dabringhausen: Philipp Kunte mit der Steuerung und Jonathan Hübner vom Verein "Infinite" schauten sich gestern die Testläufe für das Event am Samstag an. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Morgen Nachmittag wird die festinstallierte Wakeboard-Anlage im Freibad Dabringhausen mit einem großen Event eröffnet. Ab 16 Uhr treten acht Teams gegeneinander an. Die Veranstalter hoffen auf bis zu 1000 Zuschauer. Von Stephan Singer

Anne Freyer hockt am äußersten Ende des Drei-Meter-Sprungbretts über dem Wasser. In der Hand hält sie eine orangefarbene Fernbedienung: Sie ist der Hebler, wie im Wakeboard-Sport die Bediener der Zug-Anlage bezeichnet werden. Während eines Trainingscamps bereiten sich 20 Teilnehmer auf das Wakeboard-Event am Samstag im Freibad Dabringhausen vor. Für den Veranstalter, den Verein "Infinite", sind Camp und Turnier der Startschuss für den "Wakepark" in Dabringhausen - die weltweit erste festinstallierte Wakeboard-Anlage in einem Freibad.

Bei genauem Hinsehen wird klar, warum die Hebler so wichtig sind: Sie passen die Geschwindigkeit des mit Strom betriebenen Zugmotors an die Konstitution und vor allem das Können des Wakeboarders an. "Das ist ein Eins-zu-Eins-Zusammenspiel von Hebler und Fahrer. Daher eignet sich unsere Anlage so gut für Anfänger. Natürlich ist in einem hellen Freibad, in dem man den Beckenboden sehen kann, auch die Hemmschwelle geringer", sagt der "Infinite"-Vorsitzende Daniel Wurm, selbst ein passionierter Wakeboarder.

Auf Knopfdruck des Heblers zieht das Umlauf-Stahlseil an zwei Masten durch den Motor an, der Mitnehmer bewegt sich und treibt die daran an einem Seil befindliche Hantel vor - Letztere hält der Wakeboarder mit den Händen. Der Fahrer saust dann auf seinem Brett stehend über das Wasser auf den Steg zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmer-Becken zu. Über diesem befinden sich fünf "Obstacles" - das sind Hindernisse und Rampen, über die die Wakeboarder mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden rutschen oder springen.

Beim Turnier am Samstag erlebt die Anlage ihre Feuertaufe: Acht Profi-Wakeboarder kommen auf Einladung des Vereins nach Dabringhausen. Ihnen werden jeweils zwei Camp-Teilnehmer zugelost, so dass acht Teams gegeneinander antreten.

Der 30-jährige Münchener Daniel Wurm erinnert sich an die Entstehung des "Wakeparks", der wegen seiner Einzigartigkeit in der Sportlerszene für Furore sorgt: "Es begann mit Kontakten durch unser Vereinsmitglied und den gebürtigen Wermelskirchener Marc Weyer - vor zwei Jahren noch als Spinnereien, seit einem Jahr gab es konkrete Gespräche." Den Wakepark in Dabringhausen will "Infinite" ab dem kommenden Frühjahr mit Kursen, Camps, Firmen-Veranstaltungen und auch Schul-Sport-Unterricht "ans Laufen bringen" (Wurm). Für den Betreiberverein des Freibades bedeutet dies Mieteinnahmen - die Verhandlungen über konkrete Zahlen laufen laut Daniel Wurm noch. In der eigentlichen Freibadsaison wird die Wakeboard-Anlage bis auf die einbetonierten Masten abgebaut, so dass ein uneingeschränkter Badebetrieb möglich ist.

Die Anlage hat einen Wert von 50 000 Euro. "Als Ausrichter von Wakeboard-Camps hatten wir einen Teil in der Vereinskasse. Auch Sponsoren tragen dazu bei. Und einen Teil haben wir uns von unseren Eltern geliehen", sagt Daniel Wurm mit einem Augenzwinkern.

Quelle: RP
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