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Wermelskirchen
Was passiert denn nun mit Rhombus?

Wermelskirchen: Was passiert denn nun mit Rhombus?
Die maroden Sheddach-Hallen entlang der Umgehungsstraße sollen, wenn es nach dem Miteigentümer Sven Schulte geht, schnellstens abgerissen werden. Unklar ist, ob Kleinpoppen-Projekte seine Kaufoption zieht. Stichtag war am 30. Juni 2015. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Vor zwei Jahren noch wollte Sven Schulte das Areal an der Umgehungsstraße an Kleinpoppen-Projekte verkaufen. Unklar ist, ob das Solinger Unternehmen die Kaufoption gezogen hat. Sven Schulte jedenfalls hat große Pläne. Von Udo Teifel

Mit der Entscheidung der Ratsmehrheit, keinen XXL-Lebensmittelmarkt auf dem Rhombus-Areal anzusiedeln, sondern eher eine abgespeckte Version auf den Loches-Platz zu setzen, zerstoben die vernünftigen Pläne des Projektentwicklers André Kleinpoppen. Bis Dienstag hatte er die Möglichkeit, die Kaufoption zu ziehen - sprich das Gelände zu kaufen. Der Miteigentümer der Rhombus-Fläche, Sven Schulte: "Ich habe keinen Kontakt zur Firma Kleinpoppen. Mein Notar ist bislang nicht informiert worden. Letztlich kann die Kaufabsicht bei jedem Notar hinterlegt werden." Angesichts des Poststreiks könne es noch einige Tage dauern, bis er offiziell informiert werde.

Schulte, so erzählte er gestern der BM, sei seit der Absage durch den Stadtrat im März 2014 nicht untätig geblieben. Er hat bereits Pläne gemacht, um das Areal zügig zu vermarkten, falls der Verkauf scheitert. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Komplexe: das vorhandene, gut erhaltene vordere Gebäude und die alten, eingefallenen Sheddach-Hallen entlang der B 51. "Mein Ziel ist, den vorderen Gebäudekomplex weiter so gewerblich zu vermieten wie zurzeit", sagte Schulte. Die vorhandenen Mieter, wie zum Beispiel Metallbau Weiher, bleiben in ihren Räumlichkeiten. Anno 1900 wird innerhalb des Gebäudes umgesiedelt, da mit "Sanpro" ein Werkzeughandel mit Ladenlokal zeitnah eröffnen soll.

Der Gebäudekomplex umfasst laut Schulte auf drei Ebenen jeweils 2000 Quadratmeter. "Die zweite Etage ist noch frei. Der große Aufzug wird aktiviert, so dass eine komplette Nutzung möglich ist." Seine Idee für die zweite Etage ist ein "Reifenhotel" - also eine großflächige Lagerung von Reifen auch für Privatleute, die keinen Platz in ihren Garagen oder Kellern haben.

Mit den Mieteinnahmen und Eigenkapital will der Miteigentümer den Abbruch der maroden Hallen in Angriff nehmen. Falls Kleinpoppen die Kaufoption nicht zieht, soll dies bereits Ende 2015 erfolgen. "Dieser Schritt muss mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt werden", teilte Schulte mit. Denn immer noch gibt es Altlasten im Boden. "Der hydrologische Gutachter hat aber festgestellt, dass alles sicher ist: Es läuft nichts weg und es sickert nichts durch."

Zwei kleine "Hotspots" (Schulte) gebe es aber: Diese Altlasten seien überschaubar, sicher und könnten entsorgt werden. Das ist einmal die ehemalige Betriebstankstelle neben der heutigen Taxizentrale; und dann die Galvanik. Ein künftiger Mieter oder Eigentümer müsste aber selbst entscheiden, ob er diesen Schritt gehen wolle. Klar sei: "Damit vergrößert sich die Fläche."

Abgerissen werden sollen nur die maroden Hallen - rund 7500 Quadratmeter Fläche. Die Sockelplatte bleibt erhalten und dient als Bodenplatte für neue Hallen. Das spare ein Drittel der Abrisskosten ein, hat Schulte errechnet.

Da ein Teil des Gebäudes unterkellert ist, will Sven Schulte dort eine großzügige Garage anlegen. "Das ist dann kein großer Aufwand mehr."

Große Pläne hat der Miteigentümer auch für den Gebäudeteil, in dem das Fitness-Studio untergebracht ist. Er denkt über ein großes Ärztehaus oder gar -zentrum nach. "Das Fitness-Studio könnte für Reha-Maßnahmen genutzt werden, und auch die Taxizentrale liegt für die Kundschaft günstig." Schulte geht davon aus, dass die Nachfrage nach Flächen steigen werde, wenn geklärt ist, wie sich Kleinpoppen-Projekte verhalten werde.

Der Solinger Projektentwickler war gestern für die Redaktion nicht erreichbar.

Quelle: RP
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