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Wermelskirchen
Weg frei für Neubau am Haus Vogelsang

Wermelskirchen: Weg frei für Neubau am Haus Vogelsang
Der bisherige Altbau des Altenzentrums wurde nahezu abgerissen. Auf der Fläche wird für 4,4 Millionen Euro ein Neubau errichtet. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Am Vogelsang entsteht ein neues Gebäude mit Platz für 39 Senioren. Der Neubau kostet 4,4 Millionen Euro, die Ausschreibungen starten jetzt. Bauzeit: etwa 15 Monate. Der bisherige Altbau ist bereits abgerissen worden. Von Stephan Singer

Was heute noch bei Mitarbeitern und Bewohnern des Altenzentrums "Haus Vogelsang" im täglichen Sprachgebrauch als Neubau bezeichnet wird, ist spätestens 2017 zwar nicht alt, aber dann der Altbau. Denn: Jetzt starten die Ausschreibungen für den Bau des neuen Haus-Vogelsang-Gebäudes, das den bisherigen Altbau ersetzt und dessen Bau 4,4 Millionen Euro kosten soll. Die Leiterin des evangelischen Altenzentrums, Heidi Popko, hofft auf eine Bauzeit von nur 15 Monaten.

Bei dem neuen Gebäude geht es dem Träger, der Rheinischen Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH der Diakonie, nicht um eine Vergrößerung des Altenzentrums. Im bisherigen Altbau gab es 37, im geplanten Gebäude gibt es 39 Plätze. "Es ist eine bewusste Entscheidung. Es war nie vorgesehen, größer zu werden. Die Atmosphäre und unsere Arbeit im Haus Vogelsang sind geprägt davon, dass es hier überschaubar ist - und das soll so bleiben. Aber die Qualität wird mit dem neuen Gebäude deutlich steigen", verspricht Heidi Popko.

Das neue Gebäude wird somit nicht mehr Fläche belegen, als der alte Bau eingenommen hat. Eine überdachte Anbindung zwischen dem 1989 fertiggestellten, jetzigen Neubau und dem neuen Flügel wird es natürlich geben. Nachdem der vorläufige Bauantrag schon genehmigt ist, hat das zuständige Architekturbüro Schmidt und Oppermann aus Büttelborn kurz vor Weihnachten den endgültigen Bauantrag bei der Stadt Wermelskirchen eingereicht.

Dank der milden Temperaturen gelang es auch, bis kurz vor den Feiertagen den Abriss des Altbaus nahezu abzuschließen. Lediglich ein kleiner Teil fehlt noch, da erst eine Trafostation umgeschaltet werden muss. Der Abriss, der am 9. November mit der Entkernung begann und sich dann am 7. Dezember mit dem tatsächlichen Abbruch der Außenmauern fortsetzte, brachte für Heidi Popko und ihr zurzeit 102 Köpfe starkes Mitarbeiter-Team einiges an Organisations-Arbeit mit sich: Schließlich konnten frei werdende Plätze im Altenzentrum nicht neu belegt werden, sondern wurden dafür genutzt, den Altbau nach und nach zu räumen - ein Prozess, der etwa zwei Jahre dauerte.

"Wir haben im Vorfeld viele Info-Gespräche geführt, und Angehörige sowie Bewohner waren offen für diesen Ablauf - letztlich bedeutet es ja eine Verbesserung. Unser enger Kontakt zu den Angehörigen hat uns dabei gut geholfen, darüber bin ich sehr froh", resümiert die Vogelsang-Leiterin. Es habe nur einen Fall gegeben, bei dem eine Bewohnerin den Wechsel vom Alt- in den Neubau nicht mitmachen wollte und das Haus verließ, weil zu diesem Zeitpunkt kein Einzelzimmer frei war.

Und auch ganz Praktisches musste in die Wege geleitet werden: Befand sich früher im inzwischen abgerissenen Altbau die hauseigene Waschküche, lässt das Haus Vogelsang für die Bauzeit bei einem externen Unternehmen reinigen. Im neuen Gebäude wird es dann wieder eine Waschküche geben. Selbst das Personal musste auf die Bauzeit ausgerichtet werden: "Wir haben einige Stellen nach Pensionierung nicht neu besetzt. Andere Mitarbeiter sind zurzeit in den anderen Häusern unseres Trägers in Burscheid oder Hückeswagen tätig", erläutert die 55-jährige Heidi Popko, die seit 1989 im Haus Vogelsang arbeitet und seit 1992 die Leiterin ist. Ab 2017 zur Fertigstellung des Neubaus werde der Personalbestand wieder aufgestockt.

Der Altbau, der bei seiner Eröffnung im September 1952 das Maß der Dinge war, entsprach mit Etagen-Duschen und -Toiletten in keinster Weise den heutigen Ansprüchen. Spätestens das auf Bundesebene verabschiedete, sogenannte Pflegestärkungsgesetz hätte den Vogelsang-Altbau im Jahr 2018 "außer Dienst" geschickt. Ab dann müssen demnach alle Altenzentren über mindestens 80 Prozent Einzelzimmer mit einer eigenen Nasszelle verfügen.

Quelle: RP
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