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Wermelskirchen
Wehmütiger Abschied von der Sparkassen-Filiale am Rathaus

Wermelskirchen: Wehmütiger Abschied von der Sparkassen-Filiale am Rathaus
Ilse Bisterfeld gehörte gestern zu den letzten Kunden und verabschiedete sich von (v.r.) Barbara Hoffmann, Stefanie Block und Andrea Bötsch. BM-Foto: Teifel FOTO: Teifel Udo
Wermelskirchen. "Es ist einfach nur traurig", sagte gestern Ilse Bisterfeld. Sie gab eine Überweisung in der Sparkassen-Zweigstelle im Rathaus ab und holte Geld. Sie ist Stammkundin in dieser Filiale, die gestern um 14 Uhr nach 33 Jahren geschlossen wurde. "Es ist wie in einer Familie hier", bedauert sie die Schließung. "Wir hoffen, dass Sie auch zu unserer großen Familie in die Hauptstelle kommen", sagte Zweigstellenleiterin Stefanie Block. Von Udo Teifel

Viel Kunden drückten gestern ihr Bedauern über die Schließung aus, manche verabschiedeten die Mitarbeiterin mit Blumen oder Pralinen. Diese Filiale war ideale Anlaufstelle zwischen Rathaus und Bushaltestelle; jetzt müssen die Kunden bis zur Hauptstelle laufen. Dort sind vor allem bessere Räumlichkeiten für die Beratung vorhanden.

2016 wurde entschieden, die Zweigstellen Tente, Dhünn und Rathaus zu schließen. Der Rathaus-Filiale hatte man erst eine Frist bis Ende 2018 gegeben, doch Anfang Oktober fiel dann die Entscheidung, dass der 17. November der letzte Tag ist. Der Geldautomat bleibt bestehen, so dass die Bargeldversorgung mitten in der Stadt gewährleistet ist.

Sparkassendirektor Jörg Schumacher nennt auch den Grund für die Schließungen dieser Filialen: die Digitalisierung. 30 Prozent Rückgang seit 2000 bei Kunden, die Bargeld am Tresen abholen; nur noch 15 Prozent der Kunden geben Überweisungsträger in Papierform ab - die anderen machen es online. Auch auch bei den Kontoauszügen holen nur noch zwei Drittel der Kundschaft ihre Auszüge am Drucker.

"Nur eine Minute fußläufig vom Rathaus entfernt erwartet die Kunden neben längeren Öffnungszeiten auch die Möglichkeit, das ganze vielfältige Beratungsspektrum in Anspruch zu nehmen", sagte gestern Schumacher.

Was mit diesem Raum künftig passiert, ist noch offen. Wie die Stadtverwaltung gestern auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, würden gerade verschiedene Optionen der weiteren Verwendung geprüft.

(tei.-)
 
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