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Wermelskirchen
Weihnachtsmarkt ist draußen schöner

Wermelskirchen: Weihnachtsmarkt ist draußen schöner
Die Aussteller auf dem Dabringhauser Weihnachtsmarkt boten an den Verkaufsständen viele ausgefallene Waren an - und lockten damit an beiden Tagen viele Besucher auf den Platz rund um die evangelische Kirche. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Der 28. "Indoor-Weihnachtsmarkt" in Dabringhausen feierte wegen der belegten Mehrzweckhalle seine Premiere unter freiem Himmel. Trotz des nicht gerade schönen Wetters kamen viele Besucher - und zeigten sich begeistert. Von Walter Schubert

Der "Indoor-Weihnachtsmarkt" schien für alle Ewigkeit zu gelten. Es hatte eben Tradition, dass er in der Mehrzweckhalle stattfand. "Mitte September war die Halle aber für uns weg", sagt Ralf Weber vom Organisationsteam. Die Halle wurde als Flüchtlingsunterkunft benötigt. "Da hatten wir nur noch acht Wochen Zeit, uns etwas Neues zu überlegen." Die Stadtverwaltung bot die Schwanenhalle an und der Stadtmarketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW) wollte Hütten im Stadtkern aufbauen. "Das geht nicht", sagt Weber, "Dabringhausen ist ein Dorf in der Stadt und der Dabringhauser-Weihnachtsmarkt kann auch nur hier stattfinden."

Tatkraft und gegenseitige Hilfe hat im Dorf Tradition. Und so entstand aus dieser Situation etwas richtig Schönes. WiW stellte 16 Hütten zur Verfügung, die rund um die Kirche und auf dem Vorplatz des Gemeindehauses aufgebaut wurden. "Ohne diese Leihgabe hätten wir den Markt absagen müssen", sagt Weber. Als weitere Ausstellungsflächen dienten das Gemeindehaus und der Saal im Restaurant "Markt 57". "Dort haben wir die empfindlichen Waren untergebracht, wie Textilien, Papierwaren oder das Kuchenbüffet", sagt Organisatorin Monika Lüdemann. Gleichzeitig dienten die Räume auch zum Aufwärmen für die Besucher. Es ist eine Mischung aus "Indoor und Outdoor" entstanden.

"Ich finde das hier sehr schön - viel schöner als in der Halle", sagte etwa Besucherin Elke Bours. "Mit Winterbekleidung war es in der Halle immer furchtbar warm". Und auch die Aussteller waren zufrieden. Carolin Prümm war zum dritten Mal dabei, bot Selbstgenähtes an und fand die Atmosphäre mit den Hütten klasse. Waltraud Kadler war mit ihrem rheinisch-bergischen Schieferschmuck auch schon in der Halle dabei. "Wenn das Wetter stimmt, gehört ein Weihnachtsmarkt nach draußen", sagte sie. An der "Bergischländer"-Wurstbude bildete sich schnell eine Schlange und auch die Empfehlung von Ali Aug am Stand der Karnevalsgesellschaft "Noh bei Kölle", einen Glühwein mit Amaretto zu probieren, war ein echter Tipp. Passend dazu gab es die richtige Musik. Aus den Lautsprechern erklangen ein Kinderchor, Willi Millowitsch oder Elvis.

"Die Buden rund um die Kirche, alles mitten im Dorf, das hat was", sagte Inge Büsing. Und auch das Angebot von Handwerk oder Kunstgewerbe konnte sich sehen lassen. Ausgefallene und vielseitige Artikel wurden angeboten. "Da muss sich der Markt in Wermelskirchen aber lang machen, um nächste Woche dieses Angebot zu erreichen", sagte ein Besucher. Die 16 Hütten müssen nun schnell wieder nach Wermelskirchen gebracht werden, denn am nächsten Wochenende startet dort der Markt rund um den großen Weihnachtsbaum. Auch das wird dank vieler Helfer gelingen, ist Organisator Weber sicher. "Es macht richtig Spaß, wenn alle mitmachen", sagte Weber.

Und dann gab es noch eine schöne Erkenntnis: Niemand äußerte nur ein einziges negatives Wort über die Flüchtlinge. Ohne es zu ahnen, waren es ja die Flüchtlinge, die dafür sorgten, dass ein ganz wunderbarer Weihnachtsmarkt in Dabringhausen entstand.

Quelle: RP
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