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Wermelskirchen
Weik prüft Bürgervorschlag

Wermelskirchen. 40 000 Euro – das ist die Summe der Kosten, die die beiden Bürgerbüros verursachen. Dieses Einsparpotenzial steht unter anderem in der Haushaltsdebatte zur Diskussion. Kreative Lösungsvorschläge auch der Bürger willkommen. Von Udo Teifel

Bürgermeister Eric Weik greift den Vorschlag der Dabringhausenerin Christine Bannier auf und lässt derzeit prüfen, ob trotz avisiertem Einsparungsziel die Bürgerbüros in Dhünn und Dabringhausen wenigstens einen halben Tag in der Woche geöffnet werden können. Dann müsste das Bürgerbüro im Rathaus einen halben Tag schließen. Auch prüft er, ob Dhünn und Dabringhausen nur als Annahmestellen einen halben Tag in der Woche geöffnet werden könnten.

Im Ordnungsamt müsste derzeit eine Vollzeitstelle neu eingerichtet werden, um den gewohnten Betrieb der Bürgerbüros in Dhünn und Dabringhausen aufrechtzuerhalten. Angesichts der Haushaltssituation hat der Ältestenrat auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen, vorübergehend diese Bürgerbüros bis zur Verabschiedung des Haushaltes 2010 Ende Mai zu schließen.

Der zweite stellvertretende Bürgermeister Dirk Wartmann (Dabringhausen) hat die Entscheidung mit im Ältestenrat vertreten und sieht's ganz nüchtern: "Das ist keine Abwertung für die beiden Ortsteile. Wenn wir sparen wollen, müssen wir uns von alten Gewohnheiten trennen. Der Blick muss dabei in die Zukunft gerichtet werden."

Wartmann vertritt aber auch die Auffassung, dass es Alternativen für die bestehenden Dienstleistungsangebote künftig geben müsse. "Sparen ja, auch wenn's weh tut, aber kostengünstigere Alternativen müssten geschaffen werden." Die Infrastruktur dürfe nicht abgeschnitten werden: "Ausbluten dürfen die Dörfer nicht." Wobei klar untersucht werden müsse, ob wirklich für die Ausgabe von Formularen oder gelben Säcken eine teure Beratungskraft vor Ort sitzen müsse.

Geprüft werden sollte, welche Dienstleistung überhaupt in den Bürgerbüros nachgefragt werde, so die erste stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Paulig (Dhünn). "Wir dürfen sicher nicht die Haushaltslage aus den Augen verlieren, aber ich hoffe, dass die Bürger in den Ortsteile kreativ an einer Lösung mitarbeiten." Überlegt werden sollte, ob nicht durch eine Ustrukturierung die Angebote eingeschränkt aufrechterhalten werden könnten.

Es gebe eine Sparnotwendigkeit in Wermelskirchen, erklärte gestern nochmals der für die Bürgerbüros zuständige Dezernent Jürgen Graef. Deshalb habe die Verwaltung den Politikern auch diesen Vorschlag für die Diskussion unterbreitet. "Wir haben festgestellt, dass auch in den Bürgerbüros in Dhünn und Dabringhausen sogenannte Kurzbesucher kommen, die nur mal ein Formular haben möchten. Das lässt sich sicher anders regeln. Im Rathaus haben wir dafür eine Theke eingerichtet, so dass diese Bürger sich nicht in die Schlange der Beratung Suchenden einreihen müssen." Klar sei: "Wenn wir verhindern wollen, ins Haushaltssicherungskonzept abzurutschen, müssen wir sparen. Das geht nicht, ohne dass Dienstleistungen schlechter werden."

Quelle: RP
 
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