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Wermelskirchen
"Welcome to Wörmelskörchen"

Kirmeseröffnung Wermelskirchen: Hier zeigt Philip Traber seine Mix-Künste
Wermelskirchen. Zur Kirmes Besuch aus Amerika - für die Familie Frowein sicher ein tolles Erlebnis. Und dann erst mal für die Gäste. Denn Krammarkt und Kirmes gibt es in ihrer Heimat nicht. Von Walter Schubert

Natürlich kommt niemand aus Amerika wegen der Kirmes in Wermelskirchen. Aber wenn ein Familienbesuch ansteht, wird der Termin doch gerne passend zu diesem Ereignis gebucht. So machten es auch Jeffrey Finken (59), seine Frau Gloria, Tochter Emely (32) und die Enkel Max (4) und Jacob (2). Die Familie kommt aus Dearborn im Norden der USA, im Bundesstaat Michigan. Die Stadt hat knapp 100.000 Einwohner, liegt südwestlich von Detroit und ist bekannt durch Henry Ford, der hier die Produktion des legendären Ford Model-T startete.

Verwandtschaftliche Verbindungen gibt es zur Familie Frowein oder wie man in Wermelskirchen sagt, zu "Betten-Frowein", dem Fachgeschäft an der Grüne Straße. Günther Finken, Bruder von Elvira Frowein, wanderte 1950 in die USA aus. Sein Sohn Jeffrey ist nun mit Ehefrau, Tochter und Enkeln zu Besuch. In Amerika sind die Entfernungen riesig, die Städte gigantisch und alles einfach nur groß. Dagegen ist Deutschland eine "Puppenstube" und vielleicht macht das den Reiz für amerikanische Besucher aus. "Es gibt ja riesige Vergnügungsparks in Amerika. Die bleiben aber immer an einem Ort", sagt Wilfried Frowein (Neffe von Jeffrey). "Das deutsche Kirmessystem mit Auf- und Abbau ist dort nicht bekannt. Und der Krammarkt ist sowie etwas ganz Besonderes". Dafür gibt es noch nicht einmal eine exakte englische Übersetzung.

Neben Köln und Wuppertal steht auch noch eine ganz kleine Kleinigkeit auf dem Programm. "Wir wollen mit unseren Enkeln den Märchenwald in Altenberg besuchen", sagt Jeffrey Finken, der prima deutsch spricht. Finken absolvierte bei Bayer eine Lehre als Hochdruck-Bohrschlosser. Er war schon oft zu Besuch, allein in diesem Jahr zum dritten Mal.

"Ihr kennt sicher den Ingo Mayland aus Wermelskirchen. Mit dem war ich im Frühjahr Ski fahren." Seine Ehefrau Gloria freut sich auf zwei Spezialitäten. "We like to have Currywurst and a little bit Jägermeister", sagt sie und es ist schade, dass sich die amerikanische Aussprache für diese beiden urdeutschen Produkte nicht aufschreiben lässt.

Die aktuelle politische Situation ist sogar Thema bei einem Familienbesuch. "Mal weg von den USA, ohne CNN-Nachrichten", sagt Gloria Finken. Mal eine Woche ohne Nachrichten über ihren Präsidenten. "Crazy time for US", sagt sie, "verrückte Zeiten für Amerika." Sie vermisst den letzten Präsidenten Barack Obama.

Es bestehen gute Verbindungen zwischen den Familien mit vielen gegenseitigen Besuchen. Und an einem Ereignis haben heute noch alle ihren Spaß: "Im August 2009 hat Rodney, der damalige Freund, unserer Tochter Emely einen Heiratsantrag gemacht", erzählt Jeffrey Finken, macht eine Pause und fügt dann lachend hinzu: "In einem Eissalon in Wuppertal-Döppersberg!" Und mit dieser kleinen Anekdote ist die große Welt dann doch nur ein Dorf.

Quelle: RP
 
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