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Wermelskirchen
Weniger als 10.000 Besucher im Freibad

Wermelskirchen. Die Sommerferien sind vorbei, und die Enttäuschung bei den ehrenamtlichen Organisatoren im Freibad Dabringhausen ist groß. Dabei war die Kostensituation schon vor der Saison angespannt. Die dürfte sich jetzt noch weiter zuspitzen. Von Stephan Singer

Den Machern im Freibad Dabringhausen ist nach Ende der sechswöchigen Schwimmsaison die Enttäuschung deutlich anzumerken. Der Frust sitzt tief. "Desaster" und "beschissen" sind noch sanfte Worte, mit denen die Verantwortlichen die Schwimmzeit in den Sommerferien bilanzieren.

Besonders bitter für die ehrenamtlichen Organisatoren vom Förderverein Freibad Dabringhausen (FFD) und Schwimmverein (SVFD), der als Träger des Bades im Wald fungiert, ist, dass sich unmittelbar nach Saisonende jetzt endlich mehrere zusammenhängende Tage mit hochsommerlichen Temperaturen ankündigen - aus Sicht der Freibad-Macher könnte es unpünktlicher nicht sein. "Wir können noch nicht einmal spontan sagen, dass wir das Freibad angesichts der guten Wettervorhersagen einfach eine Woche länger geöffnet halten", sagt Roland Bischoffs vom SVFD. "Das ist bitter und würde zumindest das Minus in der Kasse verringern."

Das bestätigt auch der SVFD-Vorsitzende Stefan Wurth: "Wir mussten in dieser Saison erstmals mit einem selbstständigen Bademeister zusammenarbeiten. Und den haben wir laut Plan gebucht, er zieht jetzt zu seinem nächsten Auftraggeber weiter. In ganz Deutschland fehlen etwa 50.000 Schwimmmeister - da kriegt man nicht mal eben einen." Sowohl für Bischoffs als auch Wurth ist klar: "Das haben wir nicht verdient, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge schauen."

Eine dieser Tatsachen ist, dass das regnerische und wechselhafte Wetter in den vergangenen Wochen die Besucher vom Freibad fern hielt. Kamen im vergangenen Jahr bei guter Witterung stattliche 20.000, waren es aktuell "keine 10.000", sagte Wurth. Der SVFD-Vorsitzende hat den spitzen Bleistift noch nicht angesetzt. "Die Kostensituation war zur Saison angespannt. Wir hatten wieder hohe Instandhaltungskosten, und die Lösung mit einem selbstständigen Bademeister schlägt auch zu Buche." Einige Rechnungen für Reparaturen von beispielsweise defekten Pumpen während der Saison stünden noch aus. "Wenn alles vorliegt, rechnen wir die genaue Bilanz aus. Aber die Saison war schlecht, es wird relativ eng werden. Liegen alle Informationen genau vor, werden wir Gespräche führen und überlegen, was zu tun ist", sagt Wurth und wagt einen Blick auf die Arbeit der kommenden Wochen. Er gab zu, dass ihm dieses Thema "mehr als Magendrücken" und "einige schlaflose Nächte" bereite. "Letztlich ist Hoffnung das große Ding. Dazu müssen wir weiter daran arbeiten, dass wir Einnahmen unabhängig vom Wetter generieren, was bei einem Freibad jedoch naturgemäß schwierig ist." Angesichts der angespannten Finanzsituation hatten die Freibad-Verantwortlichen noch zu Saisonbeginn die Idee zum Aufbau einer neuen Rutsche verschoben. Diese sollte mit drei Metern Höhe und drei Metern Breite eine weitere Attraktion sein. Dafür waren 70.000 Euro eingeplant, von denen 80 Prozent durch Spendenzusagen abgedeckt waren.

Eine Abkofferung am Ende der Rutsche (damit niemand darunter schwimmen kann) und ein Ausgleich zum Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Wassertiefe (am geplanten Standort fehlen zehn Zentimeter) hätte Kosten von mindestens 20.000 Euro verursacht.

Quelle: RP
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