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Dieter Nuhr
"Wer es hier schafft, wird überall Erfolg haben"

Fotos: Dieter Nuhr – Kabarettist, Fotograf, Fortuna-Fan
Fotos: Dieter Nuhr – Kabarettist, Fotograf, Fortuna-Fan FOTO: Ilgner/Carstensen
Wermelskirchen. 25 Jahre Katt: Im BM-Gespräch erinnert sich Dieter Nuhr an seinen Familienbesuch zum zehnjährigen Katt-Bestehen im Jahr 2001.

Die Kattwinkelsche Fabrik (Katt) in Wermelskirchen besteht im Juni 25 Jahre. Zum 10. Geburtstag kamen Sie zusammen mit Ihrer Familie zum Kaffeetrinken in die Katt. Darf das Katt-Team auch zum 25-Jährigen mit Ihnen rechnen?

Nuhr Ich weiß noch nicht genau, wann die Feier ist. Wenn ich kann, bin ich dabei. Aber oft bin ich bei solchen Events gerade wieder unterwegs. Ich bin ja Berufsnomade. Moment mal! Das Zehnjährige war doch gerade erst! Sind da schon wieder 15 Jahre rum? Da ist doch ein Knick in der Raumzeit!

Was fällt Ihnen spontan zu Wermelskirchen und zur Katt ein?

Nuhr Einer meiner ältesten Auftrittsorte. Ich bin schon dort aufgetreten, da wusste man in Wermelskirchen noch gar nicht, dass die Kattwinkelsche Fabrik keine Fabrik mehr ist. Da dachte man im Bergischen, ich käme zum Schweißen vorbei. Damals kannte mich aber auch wirklich noch keine Sau. Und das mit der Sau ist nicht abwertend gemeint. Wermelskirchen war damals ja noch bäuerlich. Dann kam der Wiederaufbau...

Können Sie sich noch an Ihren ersten Auftritt in der Katt erinnern? Wenn ja, wie lief der Abend für Sie?

Nuhr Das war ein toller Abend. Ich erinnere mich allerdings nicht mehr genau daran, aber es war ein Triumph! Wenn ich nur noch irgendwas wüsste! Schade.

Was hat sich seitdem positiv verändert? Was negativ?

Nuhr Die Fabrik steht heute noch, wie sie damals war. Das ist gut in Zeiten des steten Wandels. In der Folge wurde dann ja Wermelskirchen drumherum gebaut, was für die Fabrik eine enorme infrastrukturelle Aufwertung bedeutete. Das war in der Eisenzeit, wenn ich mich recht erinnere. Heute ist ja alles aus Polyethylen und sowas...

Sie sagten einmal: "Witz entsteht aus Überraschung und Wiedererkennung". Haben Sie Wermelskirchen stets wiedererkannt? Wenn ja, woran? Oder haben Sie sich hier auch schon mal verlaufen?

Nuhr Meine Ortskenntnis hält sich in Grenzen. Als mich damals der Fürst von Wermelskirchen erstmals durchs Dorf führte, war die Stadt noch von Eselskarren bestimmt. Das ist alles zu lange her. Verlaufen habe ich mich nur in Burscheid. Dort konnte mir die Frage, wie ich nach Wermelskirchen komme, niemand beantworten. Ich habe aber vielleicht nur den dortigen Dialekt nicht richtig verstanden.

Wieso ist die Katt für Sie ein idealer Ort für Ihren Programm-Test? Wenn es in der Katt klappt, klappt's dann überall?

Nuhr Wer es in Wermelskirchen schafft, wird überall Erfolg haben. Oft behauptet man das ja auch von New York. Aber das stimmt nicht. Die damals völlig unbekannte Band "The Shamtrembles" hatte 1874 in New York einen Riesenerfolg vor 30 Holzfällern aus Connecticut - und löste sich sofort wieder auf. Das würde in Wermelskirchen nie passieren.

Was schätzen Sie am Wermelskirchener Publikum? Und was fürchten Sie?

Nuhr Das Bergische. Der Bergische Zuschauer ist gestählt durch seine Bergischen Waffeln. Er ist gegerbt vom Wetter und ist auch in Eis und Schnee nicht unterzukriegen. Das macht ihn so besonders.

Für manche Künstler ist der Pausenraum der Katt der schönste Platz in Wermelskirchen. Wo liegt Ihrer?

Nuhr Ich muss persönlich in der Pause immer aufs Klo, weil ich sonst Angst habe, den zweiten Teil nicht durchzuhalten. Das ist eine langentwickelte Neurose. Den Rest der Pause verbringe ich damit, nachzuschauen, ob ich auch wirklich die Hose wieder zugemacht habe. Da ist der Raum egal. Aber schön ist er!

Haben Sie eine positive Botschaft für Wermelskirchen? Was wünschen Sie dem Katt-Team zum "25. Geburtstag"?

Nuhr Ich wünsche weiterhin frohes Schaffen. Achim Stollberg, als Seele des Betriebes unersetzlich, und seine Mitarbeiter und Arbeitssklaven sollen einfach weitermachen wie bisher. Achim hat da in Wermelskirchen einen Kulturort erschaffen, ganz im Ernst! Wenn er nicht gewesen wäre, müssten die Bewohner des Bergischen wieder bei Schnaps in der Kneipe hocken. Ich komme garantiert weiter in die Katt. Achim und ich werden uns irgendwann ein Zimmer im Altenheim teilen.

DIE FRAGEN STELLTEN SEBASTIAN RADERMACHER UND BERND GEISLER

Quelle: RP
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