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Wermelskirchen
Flüchtlingsunterkunft auf Rhombus-Areal?

Wermelskirchen: Flüchtlingsunterkunft auf Rhombus-Fläche?
FOTO: Hertgen (Archiv)
Wermelskirchen. Die Stadt hat Kontakt zur Eigentümergemeinschaft aufgenommen, um über die Fläche an der B 51 zu sprechen. Konkret geht es um Pläne für ein Lager für Sachspenden, für eine Erstaufnahmeeinrichtung sowie eine dauerhafte Unterkunft für zugewiesene Flüchtlinge. Von Sebastian Radermacher

Der immer stärker werdende Flüchtlingsstrom stellt auch Wermelskirchen vor eine riesige Herausforderung. Die wichtigeste Frage für die Zukunft lautet: Wie können die Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht werden? Die Stadtverwaltung hat vor kurzem Kontakt zu Sven Schulte von der Eigentümergemeinschaft aufgenommen und Interesse signalisiert, einen Teil der Rhombus-Fläche an der B 51 für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Der Technische Beigeordnete Dr. André Benedict Prusa bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion diese Gespräche. "Ja, wir denken darüber nach", sagt er.

Konkret geht es um Pläne für ein Lager für Sachspenden, für eine Erstaufnahmeeinrichtung und - mit Blick in die Zukunft - für eine dauerhafte Unterkunft für zugewiesene Flüchtlinge. "Es macht Sinn, die Planung in Stufen aufzubauen und langfristig zu denken", meint Prusa. Ziel sei, eine der zurzeit als Erstaufnahmeunterkünfte genutzten Hallen - vermutlich die Schuberthalle - wieder freizugeben, um für eine Entlastung zu sorgen.

FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Es sei gemeinsam mit Sven Schulte bereits ein Objekt auf dem Rhombus-Areal besichtigt worden, das als Lager/Erstaufnahme genutzt werden könnte, bestätigt der Technische Beigeordnete. Die Nutzfläche beträgt etwa 1300 Quadratmeter. Prusa: "Die Räume wären dafür geeignet." Schulte habe der Stadtverwaltung gestattet, auch einmal die gesamte Rhombus-Fläche zu planen, sprich womöglich auch den Bereich, in dem zurzeit noch die maroden Sheddach-Hallen stehen, zu nutzen. "Es wäre eine attraktive Unterbringung machbar", meint Prusa. Bei der Umsetzung würden allerdings nicht mehr nur bauliche Aspekte eine Rolle spielen, sondern auch stadtplanerische. Und auch mit Blick auf die zurzeit nur wenigen verfügbaren Gewerbeflächen müsse man abwägen, ob das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden könne. "Wir werden unsere Pläne in den nächsten vier Wochen abschließen", kündigt Prusa an. Man müsse aber noch Gespräche mit der Bezirksregierung führen, weil sie für die Erstaufnahmeeinrichtungen zuständig sei. Prusa: "Wir müssen abwarten, was die Bezirksregierung zu den Plänen sagt."

Laut Sven Schulte von der Eigentümergemeinschaft gibt es verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung, "eigentlich spricht nichts dagegen". Er stellt in diesem Zusammenhang klar, dass er die Flüchtlingssituation auf keinen Fall ausnutzen werde, "um durch einen erhöhten Mietpreis Kasse zu machen. Ich möchte niemanden benachteiligen", betont er. Gleichzeitig sagt Schulte aber auch: Wenn das Projekt realisiert werden könne, müsse die Stadt dafür sorgen, "dass andere Mieter auf dem Gelände nicht benachteiligt werden".

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Schultes Plan, die maroden Sheddach-Hallen entlang der B 51 abzureißen und diese Fläche zu vermarkten, steht weiterhin. Er trieb das Vorhaben voran, nachdem Projektentwickler André Kleinpoppen Ende Juni die Kaufoption für das Rhombus-Areal nicht gezogen hatte. Die aktuelle Flüchtlingssituation und die damit verbundene Anfrage der Stadtverwaltung habe aber die Umsetzung etwas beeinträchtigt. Ursprünglich war angedacht, womöglich Ende dieses Jahres mit dem Abriss der maroden Hallen entlang der B 51 zu beginnen. "Aktuell sieht es so aus, dass wir im Januar alle Ergebnisse zusammenfassen und dann mit der Umsetzung beginnen", sagt Schulte. In den vergangenen Monaten haben sich sechs neue Investoren bei ihm gemeldet und ihr Interesse an der Rhombus-Fläche bekundet. "Wir führen Gespräche", sagt er.

In Zukunft sollen Schultes Unternehmen "WK Tools", zurzeit mit Sitz an der Unterstraße, und weitere Gewerbetreibende auf das Rhombus-Gelände ziehen. "Mit diesen Mieteinnahmen sollen die Kosten für den Abriss der maroden Hallen gestemmt werden", erklärt Schulte.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Quelle: RP
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