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Wermelskirchen
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Flüchtlinge

Wermelskirchen: Info-Abend zum Thema Flüchtlinge im Bürgerzentrum
Noch-Bürgermeister Eric Weik bittet die Wermelskirchener, den Flüchtlingen ohne Vorurteile zu begegnen und sie freundlich aufzunehmen. Etwa 400 Bürger kamen zum Info-Abend ins Bürgerzentrum. FOTO: Moll, J�rgen
Wermelskirchen. Die Resonanz war erneut groß: Etwa 400 Wermelskirchener kamen zum Info-Abend der Stadtverwaltung zur Flüchtlingssituation in Wermelskirchen. Dabei hatten Bürger die Möglichkeit, Fragen zur aktuellen Lage zu stellen. Von Stephan Singer

Noch-Bürgermeister Eric Weik verwies zu Beginn auf eine Unterschriftenaktion der Stadt: "Ich habe als erster unterschrieben", sagte er. Diese Aktion steht unter dem Motto "Willkommen und gute Nachbarschaft in Wermelskirchen". Bei dem Info-Abend bekundeten knapp 80 Wermelskirchener mit ihrer Unterschrift ihre Solidarität. Die Listen liegen zur Unterschrift im Bürgerbüro aus und können auch im Internet (www.wermelskirchen.de) ausgedruckt werden. Ein Überblick über die verschiedenen Themen des Abends:

Wie geht es mit dem Gemeindehaus Sonne weiter?

Mit Blick auf die Diskussion und die Sorgen der Anwohner wegen der geplanten Flüchtlingsunterkunft in Sonne sagte Weik: "Wir glauben auch, dass das nicht der beste Standort für die Unterbringung von nur jungen, männlichen Flüchtlingen ist – wir werden uns da etwas überlegen."

Werden weitere Spenden benötigt?

Laut Jaqueline Herzog (DRK) wird aktuell dringend warme Kinderkleidung benötigt – vor allem Schuhe für den Winter. Außerdem freue sich das DRK über Springseile oder "Gummi-Twist" als Spielgeräte. Zudem würde Bastelmaterial für Laternen benötigt, da die Flüchtlingskinder am Martinszug in Dabringhausen teilnehmen sollen.

Wann ist Schulsport in den betroffenen Hallen wieder möglich?

Laut Eric Weik habe die Stadtverwaltung bis zur Einrichtung der Unterkunft in der Mehrzweckhalle versucht, alles ohne Einschränkungen für die Bürger zu regeln. "Wir müssen einen Schritt zurückgehen", sagte er. Eine Prognose abzugeben, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Weik: "Vielleicht wird es zwei, drei oder vier Jahre keinen Schulsport in der Halle geben."

Was machen die Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle, woran beteiligen sie sich?

Jaqueline Herzog: "Die Flüchtlinge dürfen sich nicht an der Essensausgabe beteiligen, weil sie nach deutschem Recht dafür ein Gesundheitszeugnis bräuchten. Die allgemeinen Bereiche und die Arbeitsbereiche reinigt eine Fachfirma, die Privatbereiche der Flüchtlinge halten diese selber sauber." Eric Weik fügte an: "Nach deutscher Rechtslage ist es im Moment faktisch nicht möglich, die Flüchtlinge in die Arbeitswelt zu integrieren."

Wie können Wermelskirchener den Flüchtlingen helfen?

Der einfachste Weg ist ein Anruf beim städtischen Bürgertelefon unter Tel. 02196 710-444 – von dort aus werden alle Anliegen koordiniert.

Wie steht es um die Sicherheit in und an den Flüchtlingsunterkünften?

Weik betonte, dass es bislang in Wermelskirchen nicht eine einzige Anzeige in Zusammenhang mit Flüchtlingen gebe. Polizeichef Andreas Weilermann ergänzte: "Wir mussten kurz nach der Ankunft der Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle einen einzigen Streit schlichten – so etwas kommt auch in vielen Familien an Heiligabend vor."

Muss man Angst vor Flüchtlingen haben?

Eric Weik bezog zu diesem Thema klar Stellung. "Wenn meine Kinder im Dunkeln unterwegs sind, habe ich Sorge um sie. Diese pauschale Unterstellung weise ich aber zurück. Drehen Sie den Spieß um und helfen Sie Flüchtlingen – die haben nämlich auch Angst!"

Wie viele Flüchtlinge kommen nach Wermelskirchen?

Laut Weik erreichen aktuell täglich etwa 600 Flüchtlinge Nordrhein-Westfalen. "Nach der aktuellen gesetzlichen Quote sollen 200 Flüchtlinge für die Dauer ihres Asylverfahrens in Wermelskirchen leben. Darauf werden allerdings die 150 Flüchtlinge in der Mehrzweckhalle und die 100 jetzt zur Verfügung stehenden Plätze in der Schuberthalle angerechnet", erklärte Weik. Damit liege Wermelskirchen über dem Soll. "Deshalb sind im Moment keine weiteren Zuweisungen zu erwarten."