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Wermelskirchen
Wermelskirchen soll seniorenfreundlicher werden

Wermelskirchen. Ob Wermelskirchen eine seniorengerechte Kommune ist, darüber diskutierten gestern Bürger und Beiräte im "Haus der Begegnung". Wichtiges Thema bei diesem politischen Frühschoppen war die Rolle der Einzelhändler. Diese würden momentan zu ihren Serviceleistungen für ältere Bürger befragt, teilte Dankmar Stolz, Vorsitzender des Marketingvereins "Wir in Wermelskirchen" (WiW), mit. Geklärt werden soll unter anderem, welche Händler bereit sind, Waren nach Hause zu liefern, um denjenigen den Einkauf zu erleichtern, die nicht mehr mobil sind. Stolz plant, erste Ergebnisse bei der nächsten Mitgliederversammlung zu thematisieren.

Den Vorschlag, Geschäfte mit senioren- und behindertengerechten Eingängen speziell auszuweisen, lehnte er jedoch ab, obgleich er den Ansatz grundsätzlich gut fand. "Ich sehe da Schwierigkeiten. Wir kriegen in Wermelskirchen ja nicht einmal einheitliche Öffnungszeiten der Geschäfte hin", begründete der WiW-Vorsitzende.

Ein 83-jähriger Besucher machte darauf aufmerksam, dass viele Senioren Schwierigkeiten haben, im Parkhaus der Stadtverwaltung zu parken, da die Parkbuchten sehr eng seien. Bürgermeister Rainer Bleek plant, einige Parkplätze zu verbreitern und als seniorengerecht auszuweisen. Er betonte, dass Parkhäuser bei den Wermelskirchen aber generell unbeliebt seien. "Das Woolworth-Parkhaus ist auch zu Stoßzeiten nur 20 bis 25 Prozent belegt. Man kann auch nicht jede freie Fläche mit Parkplätzen zupflastern", betonte Bleek.

In Bezug auf die Neugestaltung des "Katt-Quartiers" gab er bekannt: "Der Kindergarten und die Turnhalle an der Jörgensgasse sind baulich nicht mehr zu retten und müssen eigentlich abgerissen werden." Noch führt die Stadt Gespräche mit Investoren darüber, wie der Stadtteil künftig aussehen soll. Sobald es konkretere Pläne gibt, sollen die Bürger mit einbezogen werden.

Peter Siebel, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Gemeinwesenarbeit, wies darauf hin, dass die direkte Nachbarschaft eine wichtige Anlaufstelle für ältere und hilfebedürftige Menschen sei. Der Seniorenbeirat und der Beirat für Menschen mit Behinderung haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben für Ältere und Behinderte zu erleichtern. Wer allerdings bewusst einsam lebe, seinen Haushalt aber noch selbst führe, falle weder den Beiräten noch der Stadt als hilfebedürftig auf, betonten Siebel und Bleek.

Die Anbindung der Außenortschaften an die Innenstadt mithilfe des Öffentlichen Personennahverkehrs könnte demnächst besser werden. Die RVK als Hauptverkehrsträger entwickelt ein "Intelligentes Verkehrskonzept". Dieses wird nach dem Sommer politisch diskutiert.

(rbrt)
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