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Wermelskirchen
Wermelskirchen startet in den Advent

Wermelskirchen. Das Zählscheingeschäft in Wermelskirchen läuft schon seit Ende Oktober in vielen Geschäften. Eine toll illuminierte Innenstadt lädt zum Bummeln und Einkaufen ein. Die Stadt hat sich fein gemacht für die Kunden. Von Wolfgang Weitzdörfer

Nach dem winterlichen und eisigkalten Intermezzo von vor ein paar Tagen hatte zumindest das Wetter nicht mehr wirklich viel mit Advent und Vorweihnachtszeit zu tun. Allerdings rückt das Fest der Feste unbeirrbar näher, und mit dem morgigen ersten Adventssonntag beginnt in den Innenstädten auch ganz offiziell das Weihnachtsgeschäft, auch wenn Zählscheine schon in vielen Geschäften seit Oktober ausgegeben werden.

Wenn man über Telegrafenstraße und die Kölner Straße bummelt, sieht man, dass die Stadt sich schon richtig fein gemacht hat für den Advent: Überall hängt geschmücktes Tannengrün, sind goldene und rote Kugeln aufgehängt und auch Kunstschnee ist auf der einen oder anderen Tanne zu sehen. Und zudem ganz unübersehbar mit seinen 26 Metern Höhe und bereits mit den über 700 Lichtern an 17 Lichterketten versehen, die den Anblick besonders in der Dunkelheit so einzigartig machen, ragt Wermelskirchens Traditionsbaum, Deutschlands höchster Naturweihnachtsbaum, an seinem angestammten Platz in den Himmel. Ja, zumindest nach außen hin ist der Advent in Wermelskirchen angekommen.

Trotzdem, hört man sich ein wenig um, wird man feststellen, dass die Wermelskirchener zwar durchaus wissen, dass morgen der erste Advent ist, die entsprechende Stimmung sich aber noch nicht so recht breitgemacht hat. Cilly Marquardt etwa, die ihre Cousine in Wermelskirchen besucht und eigentlich aus dem Oberbergischen kommt, findet vor allem das Wetter zu mild für echte Adventsstimmung: "Mir fehlt der Schnee schon, hoffentlich kommt er bald noch und nicht erst nach Weihnachten. Ich frage mich ohnehin immer, wie das die Menschen etwa in Australien machen - da ist an Heiligabend ja Hochsommer", sagt sie lachend. Aber mit der entsprechenden Deko gehe das dann schon alles, und schließlich könne der Wetterumschwung immer noch schneller kommen als es dem einen oder anderen lieb sei, ergänzt die Rentnerin.

Joachim Mika vom City-Blumen-Laden an der Telegrafenstraße schleppt gerade ein großes Bündel Tannengrün zu seinem Verkaufstresen und wuchtet es darauf. Er ist der Ansicht, dass wir gerade einen Wandel erleben, was die Zugkraft traditioneller Feiertage und dem Umgang der Menschen damit angeht: "Die jüngere Generation hat das einfach nicht mehr so auf dem Schirm", sagt der Blumenhändler, der seinen Laden schon seit 20 Jahren in Wermelskirchen führt und ergänzt: "Es verläuft sich jedes Jahr mehr, die Zugkraft fehlt bei der nachwachsenden Generation." Bei City-Blumen Wermelskirchen können die Kunden sowohl fertige Gestecke kaufen als auch die Einzelteile, vom Tannengrün bis zur Dekokugel, um sich dann selbst als Dekorateur zu versuchen.

Dass die Wermelskirchener sich indes gerne in Adventsstimmung bringen wollen, und das auch durchaus eine Option für jüngere Mitbürger ist, zeigt der Dialog zweier Jugendlicher, die interessiert den schönen großen Kranz oberhalb des Eingangs zur Telegrafenpassage betrachten: "Freust du dich schon auf Weihnachten?", fragt der eine. "Geht. Meine Eltern sind dann immer so krass anders drauf", antwortet der andere. "Ernsthaft? Schlecht?", will sein Kumpel daraufhin wissen. Der andere überlegt kurz, runzelt die Stirn und grinst dann frech: "Nee, im Gegenteil. Alle sind dann immer so ätzend gut drauf."

Noch sind Advent und Weihnachten also offensichtlich nicht ganz verloren, so scheint es. Und wenn Frau Holle nun auch noch ihre Kissen ordentlich über dem Bergischen ausschütteln würde, dann stünde einem richtig stimmungsvollen Advent endgültig nichts mehr im Weg.

Quelle: RP
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