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Wermelskirchen
Zwei weitere Sporthallen werden zur Flüchtlingsunterkunft

Wermelskirchen: Zwei weitere Sporthallen werden Flüchtlingsunterkunft
Die beiden Sporthallen an der Schubertstraße werden für Flüchtlinge vorbereitet. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Für Anfang kommender Woche erwartet die Stadt Wermelskirchen weitere Flüchtlinge. Sie sollen in den beiden Hallen an der Schubertstraße unterkommen, die ab dem morgigen Freitag zu einer weiteren Erstaufnahmeeinrichtung hergerichtet werden. Bürgermeister Eric Weik appelliert an die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.  Von Sebastian Radermacher

"Wir haben die Mitteilung erhalten, dass ab der kommenden Woche weitere Flüchtlinge nach Wermelskirchen kommen werden. Wie viele das sein werden und wann sie genau kommen, wissen wir nicht. Wir müssen eine zweite Erstaufnahmeeinrichtung herrichten, um diese Menschen zu versorgen", sagte Bürgermeister Eric Weik am Donnerstagmorgen bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz von Stadtverwaltung und Ältestenrat.

In der großen und kleinen Turnhalle an der Pestalozzischule können etwa 100 Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden. Weik ist froh, dass erneut alle politischen Fraktionen hinter den Plänen stehen und das Vorgehen der Verwaltung unterstützen. Welche Stadt Erstaufnahmeunterkünfte herrichten muss, werde nach Einwohnerzahl und Infrastruktur der jeweiligen Kommune festgelegt. Laut Weik haben mittlerweile alle Kommunen des Kreises eine solche Einrichtung geschaffen – Bergisch Gladbach als größte Stadt bereits zwei. "Wermelskirchen ist die zweitgrößte Stadt des Kreises – wir müssen jetzt eine weitere Einrichtung schaffen", erklärte Weik.

"Uns ist bewusst, dass die kritischen Stimmen in der Bevölkerung immer lauter werden. Wir sind aber der Überzeugung, dass es hierbei um eine humanitäre und menschliche Aufgabe geht. Es ist die Aufgabe von uns allen in Wermelskirchen, diese Menschen ordentlich zu versorgen und unterzubringen", meinte Weik. Der Bürgermeister hofft weiterhin auf die Unterstützung und große Hilfsbereitschaft der Wermelskirchener – so wie es sie bereits bei der Unterkunft an der Mehrzweckhalle in Dabringhausen gibt. "Es ist ein großer Kraftakt, aber wir werden es schaffen", sagte Weik.

Die beiden Hallen an der Schubertstraße werden ab Freitag gesperrt, die betroffenen Vereine wurden darüber informiert. Betroffen von dieser weiteren Einschränkung sind der SV 09, WTV, TuS, CVJM, HCW, JHC, Tura Pohlhausen, Ski-Club und auch die Feuerwehr, die die Halle ebenfalls nutzt.

Ob das DRK auch diese Erstaufnahmeeinrichtung betreiben wird, war am Donnerstag noch nicht klar. "Wir führen Gespräche mit dem DRK, eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen", sagte Hauptamtsleiter Jürgen Scholz.

Wie in Dabringhausen wird die Verwaltung auch in Bezug auf die Unterkunft an der Schubertstraße einen Info-Abend für alle interessierten Wermelskirchener organisieren. Am kommenden Dienstag, 13. Oktober, 19 Uhr, wird die Stadtverwaltung im Ratssaal des Bürgerzentrums ihr Vorgehen erläutern und alle Fragen der Wermelskirchener beantworten, kündigte Weik an.

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