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Wermelskirchen/Forst
Wermelskirchener feiern in Forst

Wermelskirchen/Forst: Wermelskirchener feiern in Forst
Der Forster Bürgermeister Philipp Wesemann in charmanter Begleitung der Rosenkönigin Stefanie I. Er hält die Original-Partnerschaftsurkunde in der Hand. FOTO: Tobias Migge
Wermelskirchen/Forst. Eine 34-köpfige Delegation aus Wermelskirchen ist in die Partnerstadt gereist, um mit den Forstern den Gründungstag ihrer Stadt vor 750 Jahren zu feiern. Von Stephan Singer

Wermelskirchener sind ein umtriebiges Völkchen, man trifft sie überall: So überholte die 28-köpfige Delegation aus der Stadt der Rollen und Räder auf ihrem Weg zum Jubiläums-Fest-Wochenende der Partnerstadt Forst auf der Autobahn in Höhe Potsdam doch tatsächlich den Transporter einer bekannten Wermelskirchener Gartenhaus-Baufirma.

Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Forst begrüßte die Besucher des Festgottesdienstes vor der St. Nikolai-Kirche. FOTO: Tobias Migge

Hauptsächlich Mitglieder des Stadtrats und ihre Partner, vier Vertreter der Karnevalsgesellschaft "Noh bei Kölle", drei Auszubildende der Wermelskirchener Stadtverwaltung sowie einige Privatpersonen besuchen zurzeit Forst in der Lausitz, wo bis zum morgigen Sonntagabend das 750-jährige Bestehen der Stadt gefeiert wird. Gleichzeitig blicken Wermelskirchen und Forst auf 25 Jahre "offizielle" Städtepartnerschaft zurück. Diese Partnerschaft wuchs aus den Kontakten und der Patenschaft zwischen den Evangelischen Kirchengemeinde - bereits zu Beginn der 1950er Jahre verschickten Wermelskirchener Christen Hilfspakete in die Lausitz.

"Ich bin gespannt, ob ich noch etwas erkenne", meinte die Wermelskirchenerin Ilo Kirsten-Polnik, die zuletzt vor 25 Jahren nach dem Fall der Mauer in Forst war, kurz vor der Ankunft in der Jubel-Stadt gegenüber der BM - nur um vor Ort festzustellen, dass sich einiges geändert hat. Gespannt wie ein "Flitzebogen" zeigte sich auch Hartmut Zulauf: "Ich bin neugierig auf das, was sich getan hat. Ich freue mich über das sonnige Wetter und über die vielen neuen Eindrücke."

Erstmals "hautnah" erlebten die Wermelskirchener diese Neuerungen beim Empfang zur Begrüßung im Forster Rathaus an der Luisenstraße - dieses 15 Jahre alte Gebäude hat die Verwaltung erst im Frühling dieses Jahres bezogen.

Mit 25 Jahren ist Philipp Wesemann einer der jüngsten Bürgermeister Deutschlands und seit Mai dieses Jahres Erste Bürger der Stadt Forst. Er hatte zur Begrüßung der Wermelskirchener Gäste sogar die Original-Städtepartnerschaftsurkunde hervorgeholt. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Wermelskirchen, Theodor Fürsich, überreichte Wesemann eine Kopie des Bildes, das im Wermelskirchener Rathaus auf die Partnerschaft aufmerksam macht. Sven Zuber, Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal bei der Stadt Forst, stimmte mit einem Augenzwinkern die Wermelskirchener auf das Forster Stadtjubiläum ein: "Die eigentliche Gründungsurkunde ist nach Bränden und der fast völligen Zerstörung von Forst im Zweiten Weltkrieg nicht mehr auffindbar. Wir feiern jetzt, weil wir vor 50 Jahren das 700-jährige Bestehen begangen haben - da wollte man in der DDR etwas zur Belustigung der Bevölkerung tun."

Letztlich ergibt sich der Jubiläumstermin aus der ersten urkundlichen Erwähnung der Forster Stadtkirche St. Nikolai, die auf das Jahr 1265 zurückgeht. In St. Nikolai besuchten die Wermelskirchener, inzwischen durch sechs weitere, mit eigenem Pkw angereiste Privatpersonen verstärkt, einen ökumenischen Festgottesdienst unter dem Thema "Suchet der Stadt Bestes!". Mit den Geistlichen Christoph Lange, Martin Herche, Bodo Trummer, Ingrid Ebert, Andreas Albrecht und Ingolf Kschenka waren alle christlichen Gemeinden von Forst am Altar vertreten. Generalsuperintendent Martin Herche betonte in seiner Predigt: "Das Miteinander in Forst ist gewachsen - das der Christen und das Miteinander aller. Dieses Miteinander ist für die Stadt wichtig und nötig." Und Bürgermeister Wesemann grüßte die nahezu voll besetzte Nikolai-Kirche: "Wer das Beste für die Stadt will, hat das Ganze und die Zukunft im Blick. Dazu bedarf es vieler Köpfe aber auch Herzen!"

Als aktives Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde in Wermelskirchen erlebte der heute 91-jährige Friedrich Mayland die Entwicklung der Gemeinden-Patenschaft zur Städtepartnerschaft verbunden mit vielen Freundschaften. Der ehemalige Tenter zog nach dem Tod seiner ersten Ehefrau der Liebe wegen vor gut 20 Jahren nach Forst und schüttelte die Hände der Besucher aus Wermelskirchen: "Von der jetzigen Besuchergruppe kenne ich kaum noch jemanden. Aber ich freue mich, ein wenig über die Heimat plaudern zu können. Ich habe immer wieder Heimweh nach Wermelskirchen."

Quelle: RP
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