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Wermelskirchen/Forst
Wermelskirchener sind von Forst begeistert

Wermelskirchen/Forst: Wermelskirchener sind von Forst begeistert
Prosteten mit einem Rosenbier dem Publikum zur Eröffnung der Jubiläumsfeierlichkeiten von der Hauptbühne zu (v.l.): Forsts Bürgermeister Philipp Wesemann, Rosenkönigin Stefanie I. und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke. FOTO: Tobias Migge
Wermelskirchen/Forst. Bereits seit einer Woche in Forst ist das Wermelskirchener Ehepaar Benno Klinke und Gudrun Nobel. Klinke kam 1990 nach der Wende über die damalige Postgewerkschaft in Kontakt mit Forster Kollegen, um sie beim Aufbau vergleichbarer Strukturen in Sachen Arbeitnehmer-Vertretung zu unterstützen.

Daraus entstanden freundschaftliche Beziehungen, die Klinke mit regelmäßigen Besuchen und dem Empfang von Gegenbesuchen in Wermelskirchen pflegt: "Hier in Forst wurden viele Gebäude abgerissen, wodurch sich das Stadtbild völlig verändert hat. Hier fehlt quasi das, was man anderswo als Altstadt bezeichnen könnte. Denkt man an die Wermelskirchener Stadtkirche und die angrenzende typisch bergische Bebauung, fällt auf, dass die Nikolai-Kirche in Forst mitten im Zentrum steht, aber drumherum alles ziemlich frei ist."

Auf den Abriss von inzwischen rund 800 Wohnungen in Forst hob auch der Wermelskirchener Ingenieur und Experte für Stadtplanung, Ratsmitglied Jürgen Manderla, im BM-Gespräch ab: "Ich bin inzwischen zum fünften Mal hier, das erste Mal war 1990. Zwischen damals und heute liegen Welten. Diese Entwicklung in einem tollen und guten Tempo hat dem Stadtbild von Forst gut getan. Die leerstehenden Fabriken und Wohngebäude haben immer ein Gefühl der Depression erzeugt - bei Besuchern und bestimmt auch Bürgern. Das empfinde ich jetzt nicht mehr. Forst ist bestimmt auf einem guten Weg, vor allem wenn man bedenkt, dass die Rosenstadt nur vier Millionen Gewerbesteuer im Jahr bei 20 000 Einwohnern einnimmt - da stehen wir in Wermelskirchen im Vergleich mit 18 Millionen Euro gut da!"

Und Ratsmitglied Rainer Schneider fügte an: "Für die weitere Entwicklung muss jetzt junges Volk nach Forst kommen. Für uns hat sich Forst bislang von der besten Seite gezeigt, hier hat sich jeder spürbar viel Mühe gegeben. Wir alle wünschen Forst den dringend nötigen Zuwachs an Gewerbe und Bevölkerung."

Musketiere ließen es in Forst zur Eröffnung richtig krachen. FOTO: Stephan Singer

"Der extreme Verfall ist beseitigt", stellte denn auch Ratsmitglied Norbert Galonska, der die Städtepartnerschaft von Anfang an begleitet, zufrieden fest.

Gemeinsam mit Stefan Rabe von der Wermelskirchener Stadtverwaltung organisierte Kerstin Liebig von der Verwaltung in Forst das Programm und den Aufenthalt für die Dellmänner in der Lausitz. Gerne erinnert sie sich freudig an den Beginn der "offiziellen" Städtepartnerschaft vor 25 Jahren: "Aus Wermelskirchen bekam ich damals eine elektrische Schreibmaschine für meinen Arbeitsplatz. Das war für mich eine riesige Erleichterung."

Als "ihr Wohnzimmer" bezeichnet die Forster Rosenkönigin Stefanie I. den 102 Jahre alten Ostdeutschen Rosengarten, den die Wermelskirchener am besuchten. In ihrer etwas mehr als ein Jahr andauernden Amtszeit absolvierte die beruflich als Physiotherapeutin tätige Würdenträgerin 80 Termine - und sie freut sich auf weitere, denn: "Ausnahmsweise habe ich noch ein Jahr als Rosenkönigin vor mir. Normalerweise ist die Amtszeit ein Jahr, aber wegen der Feierlichkeiten hat man mich gebeten, noch ein Jahr weiterzumachen. Ich bin wohl gut bei den Leuten angekommen", lachte die sympathische Stefanie I. im BM-Gespräch. Die Rosenkönigin hat mit Regentschaften ihre Erfahrungen: Vor ihrer Zeit als Rosenkönigin war die verheiratete, zweifache Mutter auch Prinzessin bei der Karnevalsgesellschaft (KG) Forst-Sacro. Das freute natürlich Helga Lerch, Ulrike Eggers, Anne Schneider und Präsident Peter Schneider von der KG "Noh bei Kölle" aus Wermelskirchen. Übrigens: Die KG Forst-Sacro und "Noh bei Kölle" können im kommenden Jahr auf das 25-jährige Bestehen ihrer Freundschaft zurückblicken.

Quelle: RP
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