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Wermelskirchen
Wilhelm August Wiel - ein Leben für die Stadt

Wermelskirchen. Der BGV berichtet über den Bürgermeister mit der längsten Dienstzeit. Von 1876 bis 1915 war er das Oberhaupt der Stadt Wermelskirchen. Er war Gründungsmitglied des DRK-Ortsvereins und des VVV. Von Walter Schubert

Immer wieder findet der Bergische Geschichtsverein (BGV), Abteilung Wermelskirchen, spannende Themen aus der "alten Zeit". Dabei ist nicht nur interessant, wie es früher war, sondern viele Ereignisse haben Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Das belegte auch der gut besuchte Vortrag über Wilhelm August Wiel, den dienstältesten Bürgermeister der Stadt Wermelskirchen.

"Viele Fotos von Wiel gibt es nicht", sagte BGV-Referent Bernd Weiß, "er war sehr zurückhaltend und bescheiden, es drängte ihn nicht in die Öffentlichkeit." Wiel wurde 1843 in Plettenberg in einer Beamtenfamilie geboren. Schon früh arbeitete er in der Verwaltung, seine Bewerbung als Bürgermeister in seinem Heimatort wurde "wegen jugendlichen Alters" nicht anerkannt. Doch die langjährige Verwaltungserfahrung zahlte sich aus.

1876 wurde Wiel von den Stadtverordneten für zwölf Jahre zum Bürgermeister der Stadt Wermelskirchen gewählt. Diese Wahl musste dann durch die königliche Regierung in Düsseldorf bestätigt werden. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Wermelskirchen vom ländlichen Dorf zu einer Stadt. Historische Fotos zeigen eine schlammige, unbefestigte Telegrafenstraße - es gab viel Arbeit für den Bürgermeister. In Wiels Amtszeit fällt der Ausbau der Straßen und der Wohnungsbau. Straßenbeleuchtung, Wasser- und Elektroversorgung und die Eisenbahnverbindung nach Opladen waren weitere Themen. Sogar die Planungen für das Krankenhaus gehen in diese Zeit zurück. 1877 erfolgte die Gründung der Städtischen Sparkasse, deren Vorsitz Wiel über seine gesamte Amtszeit inne hatte. Er war zudem Gründungsmitglied des Ortsverbandes des Deutsches Rotes Kreuzes (DRK), und auch der heutige Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) wurde durch ihn begründet.

1888 wurde Wilhelm August Wiel mit 22 von 23 Stimmen für weitere zwölf Jahre wiedergewählt. Im Jahr 1900 wurde er zum "Bürgermeister auf Lebenszeit" ernannt. Diese Regelung gab es nur zur Kaiserzeit. Nach 39 Jahren im Amt des Bürgermeisters beendete er im Alter von 72 Jahren seine Dienstzeit. 1918 wurde er zum Ehrenbürger Wermelskirchens ernannt. Wiel starb 1926 im Alter von 83 Jahren. Viele Dinge, wie Straßenbahn, Eisenbahn, Schwimmbad im Eifgen, der Wasserturm oder das alte Rathaus (neben dem großen Weihnachtsbaum) sind heute verschwunden. Für die Entwicklung der Stadt waren es aber wichtige Schritte.

An den Wermelskirchener Bürgermeister mit der längsten Dienstzeit erinnert heute die Wielstraße mit ihrem Namen. Außerdem gibt es ein Denkmal an der Ecke Remscheider -/Kenkhauser Straße.

Quelle: RP
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