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Wermelskirchen
Willi Herren zeigt Wermelskirchenern die Domstadt

Wermelskirchen. Axel Hroschek war begeistert. "Da haben wir mal einen Teil von Köln auf eine andere Art kennengelernt. Das war mir gar nicht so bewusst, privat ist einem eher die Altstadt präsent." Der 46-Jährige machte sich mit 15 weiteren Wermelskirchenern am Freitagabend auf den Weg in die Domstadt, um dort bei Willi Herrens "Miljö-Kult-Kieztour" dabei zu sein. Möglich gemacht hatte das Treffen der Wermelskirchener Karsten Arnolds. Er ist Willi-Herren-Fan und hatte den Entertainer im Frühjahr für einen Auftritt bei der "Wermelskirchener Partynacht" in die Katt geholt. Nun organisierte er die Teilnahme an dem Stadtrundgang mit dem Entertainer.

Der 40-jährige Schauspieler und Sänger, der am Millowitsch-Theater seine ersten Lehrjahre verbrachte und später durch die "Lindenstraße" bekannt wurde, führte die 27-köpfige Gruppe durch "sein" Friesenviertel - dort verbrachte Herren im verruchten Rotlicht-Milieu seine Kindheit und Jugend.

Die Milieu-Zeiten, zu denen Köln wegen mafiösen Strukturen und hoher Kriminalitätsrate auch als "das Chicago am Rhein" bezeichnet wurde, sind in den Gassen rund um den Friesenplatz vorbei - die "roten Lichter" sind fast vollständig aus. Kneipen, Restaurants und Szene-Geschäfte prägen heute das Bild.

Willi Herren kokettiert mit seiner Vergangenheit ("ich bin nicht auf alles stolz"), bezeichnet sich als "Kölscher Jung" und "Puffkind". Nicht von ungefähr stellt er seine Führung, die in freundschaftlicher Verbundenheit vom bekannten Hamburger Vorbild Olivia Jones auf St. Pauli inspiriert wurde, unter das Motto "Promis, Puffs, Promille".

Eine Führung im "Volkshochschul-Stil" erleben die Teilnehmer erwartungsgemäß nicht. Es war eine interessante, spannende und unterhaltsame Tour, die von der Mischung aus Herrens autobiografischen Daten, dem burschikosen "Herren-Witz", der jüngeren Geschichte des Friesenviertels und dem dort besonders in den Abendstunden pulsierenden Großstadt-Treiben lebt.

"Hier habe ich als Teenager bei einem Rechtsanwalt Blattsammlungen sortiert, um mein Taschengeld aufzubessern", sagte der Wermelskirchener Bernd Kircher, als die Gruppe vor einem größeren Gebäude stehenblieb. Herren bezeichnete es schelmisch als seinen "Kindergarten". "Das war früher das Spielcasino ,Flamingo' mit Vergnügen für ,oben und unten' und ganz vielen ,Tanten'", sagte er.

Der gebürtige Kölner Bernd Kircher (57), der heute der Liebe wegen in Wermelskirchen lebt, hat viele Erinnerungen an das Friesenviertel: "Als Student war ich hier als Taxi-Fahrer unterwegs." Für Kircher hat sich die Tour gelohnt: "Es gibt viele interessante Führungen in Köln. Ich bin froh, dass ich diese erlebt habe." Auch Organisator Karsten Arnolds war zufrieden: "Ich mag die Bodenständigkeit von Willi und bin froh, dass es allen gefallen hat."

(sng)
 
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