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Wermelskirchen
Wirtschaft und Politik im ständigen Dialog

Wermelskirchen. 35 Jahre IHK-Wirtschaftsgremium Wermelskirchen: Der Austausch wird immer wichtiger. Von Walter Schubert

Das Wirtschaftsgremium ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Führungskräften aus der regionalen Wirtschaft. Zu diesem Kreis gehören auch die jeweils amtierenden Bürgermeister. Ziel ist der Dialog und der Austausch zwischen Wirtschaft und Politik. "35 Jahre ist ja eigentlich gar kein richtiges Jubiläum", sagte Walter vom Stein (Firma Steintex), Vorsitzender des Gremiums in Wermelskirchen und Nachfolger von Gründer Manfred Maus. "Nach 35 Jahren spricht man aber von einer 'Leinwandhochzeit'. Und das passt doch gut. Leinwand steht für Anpassungsfähigkeit und eine hohe Reißfestigkeit."

Die Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen), Stefan Caplan (Burscheid) und Robert Lennerts (Odenthal) betonten beim Treffen im "Spatzenhof" die Notwendigkeit, über die jeweiligen Stadtgrenzen hinaus zu denken und zu handeln. "Odenthal hat kein Industriegebiet. Handel, Dienstleister und Gastronomen sind bei uns wichtig", sagte Lennerts. Für Caplan ist der Ausbau des Tourismus ein wichtiger Punkt. "Das betrifft dann alle Gemeinden und Städte im Bergischen Land", sagte er. "Die Gewerbeflächen in Wermelskirchen lassen sich nicht unbegrenzt vermehren", sagte Bleek, "schließlich sind wir von Talsperren umzingelt."

Die Erschließungspläne für das "Autobahn-Ohr" sind in Arbeit, und in Bergisch Born ist eine Zusammenarbeit mit Remscheid geplant. Alte Industrieflächen wie das Zippa- und Rhombus-Gelände zu regenerieren, ist laut Bleek ein weiteres Ziel. Eine gute Kooperation mit Nachbarstädten sieht Bleek auch beim Berufskolleg, wo eine Fusion mit Wipperfürth kurz vor dem Abschluss steht. Ausbildung, Fach- und Führungskräfte bildeten das Gerüst für eine erfolgreiche Wirtschaft, sagte Bleek. Wie schwierig dieser Bereich ist, war in einem Referat von Andrea Vogt-Schulz zu hören. Die Arbeitsdirektorin der Federal Mogul GmbH in Burscheid berichtete, dass es 2016 zum ersten Mal nicht gelungen sei, alle 24 Ausbildungsplätze bis zum 1. August zu besetzten. "Wir hatten 480 Bewerber und konnten damit die Stellen nicht besetzen", sagte sie. Teils liege es an der Vorbildung oder an falschen Vorstellungen der Bewerber. "Einige Berufe sind völlig unbekannt oder erscheinen wenig attraktiv."

Auch die Nutzung der "sozialen Medien" sind kein Garant für einen Erfolg. Eine ganz altmodische Plakataktion mit Steckbriefen "Azubis Wanted" brachte dann doch noch einige junge Leute zur Ausbildung. Durch viele Maßnahmen wird versucht Mitarbeiter zu finden, zu fördern und ans Unternehmen zu binden.

"Die Überschrift heißt Attraktivität", sagte vom Stein. "Das steht für die Unternehmen und sowieso für das Bergische Land."

Quelle: RP
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