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André Frowein
WiW - mehr als nur ein "Feier-Verein"

Wermelskirchen. Der Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins spricht über den städtischen Zuschuss, die geplanten Aktionen für das zweite Halbjahr 2015, die Entwicklung der unteren Eich, Sauberkeit in der Stadt sowie den Austausch mit den Unternehmen.

Die Mehrheit des Stadtrates möchte den jährlichen Zuschuss an den Stadtmarketingverein WiW auf 60 000 Euro erhöhen, zuletzt mahnte aber der Landrat, dass die freiwilligen Leistungen zu hoch seien und daher gespart werden müsse. Machen Sie sich Sorgen, dass der angekündigte Zuschuss der Stadt womöglich nicht fließen wird?

Frowein Nein, nicht wirklich. Wir erhalten aus dem Rathaus von Politik und Verwaltung so viel Zuspruch, dass wir davon ausgehen, dass nach der Sommerpause die 60 000 Euro für WiW definitiv beschlossen und gezahlt werden. Letztlich ist dieser Zuschuss eine logische und sachliche Konsequenz aus den vielen Anfragen an uns aus Politik und Verwaltung. Bei WiW arbeiten alle nebenberuflich und ehrenamtlich. Wir wollen gerne mehr machen, müssen aber auch die Kapazitäten dafür schaffen.

Apropos Sommerpause. Wie laufen die Vorbereitungen der WiW-Aktionen im zweiten Halbjahr 2015?

Frowein Wir machen keine wirkliche Sommerpause. Die Arbeitskreise treffen sich weiter, wir stehen ständig in Kontakt. Natürlich fehlt mal der eine oder andere, weil er in Urlaub ist. Aber mit einer wirklichen Sommerpause wären die Vorhaben gar nicht machbar.

Zurzeit ist das Thema Sauberkeit der Stadt wieder einmal in aller Munde. Ist das auch ein Thema für WiW?

Frowein Grundsätzlich ist Sauberkeit wichtig, darauf sollte jeder Bürger auch selbst achten. Wir werden in Zukunft bei WiW-Veranstaltungen zusätzliche Mülltonnen aufstellen, weil dann aufgrund der hohen Besucherzahlen die öffentlichen Mülleimer einfach nicht ausreichen und schnell überfüllt sind. Das trägt sicherlich zu einem besseren Bild bei, und das werden wir beim verkaufsoffenen Sonntag zur Kirmes am 30. August erstmals umsetzen.

Es gibt die altbekannten, etablierten verkaufsoffenen Sonntage, die "Bergische Weihnacht" und Konzert-Veranstaltungen wie "Rock am Markt" oder im kommenden Jahr die Reihe "Wermelskirchen live". Läuft WiW Gefahr, zu einem "Feier-Verein" zu werden?

Frowein Das stimmt überhaupt nicht. Wer das meint, hat einen sehr oberflächlichen Blick. Wir haben einen sehr regen Arbeitskreis Kultur, was sehr positiv ist. Aber Aktionen wie "Wermelskirchen kocht", die für einen guten Zweck die hiesige Gastronomie in den Fokus rücken, zeigen doch das Gegenteil. Und die Premiere der "Bergischen Weihnacht" im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass wir in einem zeitgemäßen Rahmen sogar den ursprünglichen Charakter einer Traditionsveranstaltung zurückholen. Wir stehen bei Weitem für mehr als nur feiern.

Wie stark setzt sich WiW finanziell ein?

Frowein Wir konnten innerhalb der vergangenen zwei Jahre 20 000 Euro für gute Zwecke, für Vereine und deren Vorhaben spenden - das stärkt das Leben in Wermelskirchen ungemein. Aber jeder weiß, dass der Wermelskirchener sehr gerne feiert und diese Atmosphäre auch Auswärtige genießen. Es gehört durchaus zu unseren Aufgaben, Anlässe zu feiern - schließlich sind Jubiläen wie der 90. Nikolaus-Umzug im Dezember oder die 420. Kirmes in 2016 ein prägendes Stück unserer Stadtgeschichte.

Steht die untere Eich noch auf der Agenda von WiW?

Frowein Der Austausch mit den dort ansässigen Unternehmern läuft ständig. Durch privaten Einsatz, zum Beispiel bei der Beet-Pflege, oder auch durch die Parkplatz-Beschilderung hat sich das Erscheinungsbild dort deutlich verbessert. Die etablierten Läden und auch das Fitnessstudio bringen an der unteren Eich Frequenz. So "absteigend", wie zwischenzeitlich befürchtet, ist der Bereich der unteren Eich gar nicht - die dortigen Unternehmer sehen gar keine große Notwendigkeit für spezielle Maßnahmen.

Welche Bereiche will WiW zukünftig angehen?

Frowein Wir werden unser Engagement in Dabringhausen und Dhünn deutlich verstärken, um klar zu zeigen, dass wir uns nicht nur der "Innenstadt" verpflichtet fühlen. Außerdem wird mittelfristig der Tourismus eine Aufgabe sein, der wir uns annehmen, um Menschen nach Wermelskirchen zu locken. Das ist aber ein weites und arbeitsintensives Feld. Und natürlich ist aktuell die Entwicklung des Loches-Platzes ein Riesenprojekt für Wermelskirchen. Da bringen wir uns laufend in Gesprächen ein. Unser Ziel ist auch der Erhalt des Wochenmarktes. Wir wollen den Markt stärken und jungen Familien zugänglich machen.

STEPHAN SINGER FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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