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Sommer-Interview Henning Rehse (WNKUWG)
"WiW stärkt das Miteinander in der Stadt"

Sommer-Interview Henning Rehse (WNKUWG): "WiW stärkt das Miteinander in der Stadt"
Die WiW-Veranstaltung Rock am Markt hat sich etabliert, die Besucherresonanz ist gut. Hier ein Auftritt der Band "Rock Hour" im Jahr 2016. FOTO: M.S.
Wermelskirchen. Die Hälfte der Wahlperiode ist vorbei, 2020 wird ein neuer Stadtrat gewählt. Anlass für uns, mit den Fraktionsvorsitzenden über die "erste Halbzeit" und die künftigen Herausforderungen für die Politik zu sprechen. Heute: Henning Rehse (WNKUWG).

Welche sind die drei wichtigsten Dinge, die die Wermelskirchener Politik in den vergangenen knapp drei Jahren angestoßen hat?

Rehse Erstens die Verbesserung der Parksituation im Stadtteil "Kirch": Es gibt dauerhafte Parkplätze am Weihnachtsbaum, zusätzliche Parkplätze an der Berliner Straße beziehungsweise Hüpp-Anlage, und nach dem Abriss des Hauses an der Taubengasse sollen auch dort Parkplätze entstehen. Zweitens die Fortsetzung der Inklusionshilfe an den Schulen, drittens die dauerhafte Erhöhung des Zuschusses an den Stadtmarketingverein "WiW".

Warum ausgerechnet diese drei?

Rehse Uns waren diese Themen seit Jahren Herzensanliegen. Wir mussten dicke Bretter bohren, um sie durchzusetzen: Die Parksituation im Stadtteil "Kirch" war legendär schlecht, Inklusion oftmals nur beliebtes Schmuckwerk von Sonntagsreden, und das Geld, das die Stadt in "WiW" steckt, bekommt sie zigfach durch Veranstaltungen, Umsätze und Imagegewinn zurück. "WiW" stärkt das gesellschaftliche Miteinander in unbezahlbarer Weise.

Was sind die drei größten Flops seit der Wahl 2014?

Rehse Da kommt man mit drei leider nicht aus. Erstens: Die Zeitachse, auf der sich das Projekt "Loches-Platz" bewegt - zwei Jahre wurden in einem Wettbewerb vertan, obwohl ein ortsansässiger Investor bereitstand, das Projekt optimal umzusetzen. Dann die jahrelange Verfolgung des An-/Neubaus der Sekundarschule auf einem wegen Altlasten nicht realisierbaren Standort. Drittens die immer noch nicht realisierte Außengastronomie und Erweiterung des "Bergischen Löwen" am Markt. Außerdem sind die Grünflächenpflege, das Thema "Sauberkeit und Ordnung in der Stadt" und die Ampelschaltungen zu nennen.

Was läuft zurzeit gut in der Stadt?

Rehse Das ehrenamtliche Engagement in allen Bereichen ist an erster Stelle zu nennen. Hinzu kommt die Öffnung des Beirates für Menschen mit Behinderung auch für verbands- und vereinsungebundene Mitglieder. Auch die Umsetzung des Ortsrechts in den Bereichen Recht und Ordnung, wofür der Rat das erforderliche Personal bereitgestellt hat, ist ein wichtiger Schritt. Ebenfalls positiv sehen wir den Neuanfang in der Verwaltungsspitze mit zwei neuen Beigeordneten, wofür wir uns als erste Fraktion ausgesprochen hatten. Wichtig ist auch die Arbeit der Katt, die auf unseren Vorschlag in das Dezernat für Jugend und Kultur eingegliedert wurde.

Und was läuft schlecht?

Rehse Generell sollte das Handeln der Verwaltung vereinfacht, entbürokratisiert und verschlankt werden. Der Schwerpunkt des Handels sollte von Pragmatismus, Bürgernähe und einfachen Abläufen geprägt sein. Einfache Dinge sollten einfach abgearbeitet werden - wo Gründlichkeit notwendig ist, sollte diese auch geübt werden. Verwaltungsmitarbeiter sollten mit offenen Augen durch "ihre" Stadt gehen, um Missstände selbst zu erkennen oder Anregungen der Bürger besser nachvollziehen zu können.

Was sind die größten Herausforderungen für Wermelskirchen?

Rehse Wir haben viele wichtige Großprojekte vor der Brust: die Umsetzung des Projekts "Loches-Platz", den Erweiterungsbau der Sekundarschule, den Bau des Kunstrasenplatzes im Eifgen, den Umbau der Plätze in Dhünn und Pohlhausen mit "Grüner Asche", den Bau eines neuen Hallenbades und den Schnellbus Richtung Köln.

Wie beurteilen Sie die Arbeit von Bürgermeister Rainer Bleek?

Rehse Meine Fraktion und auch ich als Vorsitzender beurteilen die Arbeit durchweg positiv. Bisweilen gibt es zwar inhaltliche Meinungsverschiedenheiten, aber die Zusammenarbeit generell findet in einem freundschaftlichen Klima statt und ist von Partnerschaft und gegenseitigem Respekt geprägt. Was vor allem zählt: Rainer Bleek ist ehrlich - auf sein einmal gegebenes Wort, auf seine Position kann man sich verlassen. Er ist ein guter Bürgermeister!

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit im Stadtrat?

Rehse Sie ist - von notwendigen und natürlichen inhaltlichen Differenzen abgesehen - konstruktiv und gut, wobei die WNKUWG als Gruppierung der politischen Mitte wie auch des konservativen Spektrums naturgemäß aufgrund inhaltlicher Übereinstimmungen engeren Kontakt zu CDU, Bürgerforum, FDP, LKR (Liberal-Konservative Reformer) und AfD hat.

Ein Ausblick auf den Wahlabend im Jahr 2020: Wo sehen Sie dann Ihre Partei in Wermelskirchen?

Rehse Ich sehe die WNKUWG als Freie Wähler natürlich wieder im Rat der Stadt - verbunden mit dem Wunsch und der Hoffnung, dann zweitstärkste Fraktion zu sein.

Haben Sie jetzt auch politisch Ferien?

Rehse Da ich ein politischer Mensch bin, lässt einen die Politik nie ganz los, insbesondere wenn man sich für alle Ebenen der Politik interessiert - wo ja immer etwas los ist, vor allem vor der Bundestagswahl, bei der wir Freien Wähler auch wieder antreten werden. Es ist schon entspannend, acht Wochen keine Sitzungen zu haben, die Seele dieses Jahr am Strand des Atlantiks baumeln zu lassen und sich dann langsam mental auf die Kirmes vorzubereiten...

SEBASTIAN RADERMACHER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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