| 15.40 Uhr

Wermelskirchen
Wo bleibt das Kunstniveau?

Wermelskirchen: Wo bleibt das Kunstniveau?
Bürgermeister Eric Weik hofft nun auf die Verabschiedung einer Resolution durch den Stadtrat gegen die Schließung der Polizeiwache. FOTO: Eric Weik
Wermelskirchen. Der Kunstverein muss die Beiträge erhöhen, um Markt 9 weiterfinanzieren zu können. Außerdem besorgt den Vereinsvorstand die sinkende künstlerische Qualität einiger Aussteller. Er will jetzt gegensteuern. Von Gundhild Tillmanns

Der Kunstverein steht vor Problemen: Die Finanzen werden knapper – und das künstlerische Niveau, zumindest einiger Ausstellungen, sinkt sichtbar. Deshalb wollen Vereinsvorsitzender Bernhard Schulte und sein Stellvertreter Heinz Engels jetzt gegensteuern. "Um eine Erhöhung des Jahresbeitrages von 25 auf 32 Euro kommen wir nicht herum", sagt Schulte.

Nach Sponsoren oder Paten suchen

Und der Kunstverein müsse, wie wahrscheinlich jeder andere Verein in der Stadt, in die Solidargemeinschaft eingebunden, mit der angekündigten 20-prozentigen Mittelkürzung durch die Stadt zurechtkommen: Das sagt Schulte aus Sicht des Vereinsvorsitzenden und zugleich als für den städtischen Haushalt mitverantwortlicher Ratsherr.

Der Kunstverein könne die Galerieräume in Markt 9 bislang mietfrei nutzen. "Wir müssen aber davon ausgehen, dass wir künftig 20 Prozent der Miete selbst tragen müssen", meint Schulte, der die Mietkosten für Markt 9 auf 300 bis 400 Euro schätzt.

Die Nebenkosten für Markt 9, die Versicherungen für Ausstellungen dort und in den Bürgerhäusern sowie die Kosten für Plakate, Einladungen und ähnliches, die der Verein selbst zu tragen hat, beziffert Heinz Engels auf jährlich etwa 4000 Euro.

Bereits jetzt ließen sich diese Kosten aber nicht durch Mitgliederbeiträge – auch nicht durch steigende – abdecken, wie Engels und Schulte wissen: "Ohne unsere zum Glück noch festen Sponsoren für Markt 9 könnten wir den Ausstellungsbetrieb überhaupt nicht aufrechterhalten", betont Ausstellungsorganisator Heinz Engels. Aber der Vorstand müsse Vorsorge treffen und sich möglichst nach noch mehr Sponsoren oder Paten umsehen, sind sich Engels und Schulte einig.

Doch darin sehen sie im Moment ein Problem: "Das Image des Vereins leidet", weiß Schulte und spricht damit das sinkenden künstlerische Niveau an, das nicht bei allen, aber bei vereinzelten Ausstellungen von Vereinsmitgliedern in jüngster Zeit zu beklagen sei. "Da muss etwas geschehen, wir müssen mehr auf die Qualität achten", sagt Schulte.

Besonders eklatant falle das sinkende Niveau zur Zeit bei den Bilder auf, die im Stadtcafé und im Betriebs-Restaurant aufgehängt worden seien, beklagen Schulte und vor allem auch Heinz Engels: "Ich habe mir überlegt, die Ausstellungen im Stadtcafé und im Bürgerbüro nicht mehr zu verantworten", gibt Engels zu.

Ablehnen oder Selbstkritik

Für den Weg aus der Misere gibt es im Kunstverein noch keinen einheitlichen Offensiv-Plan. Schulte meint, man müsse zwar nicht alles einer Jury vorlegen: "Aber wir werden künftig auch mal Aussteller ablehnen müssen", fordert er. Heinz Engels möchte es zuerst mal auf die sanfte Art versuchen: "Ich rate denjenigen, die ausstellen möchten, ihre Bilder zuerst jemandem zu zeigen, der Kunstverstand hat, und es dann auch mal mit Selbstkritik zu versuchen", mahnt Engels.

Weik stützt Verein

Bürgermeister Eric Weik sagte , er sei noch nicht auf die Idee gekommen, vom Kunstverein eine Zuzahlung zur Miete von Markt 9 zu fordern. Dennoch sehe er es für sinnvoll an, wenn sich der Verein finanziell wappne.

Eine Gleichbehandlung aller Vereine in Wermelskirchen sei ohnehin nicht möglich, sagt Weik und nennt ein Beispiel: "Wir können ja auch den Reit- und Tennisvereinen nicht ihre Hallen bezahlen." Angesichts der angekündigten 20-prozentigen Kürzungen bei Sportvereinen sagt er: "Die dürfen schließlich die Hallen noch gratis nutzen."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Wo bleibt das Kunstniveau?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.