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Wermelskirchen
Note 6: Bosbach verärgert über Abgeordnetenwatch.de

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Fotos: Die besten Bilder der Promi-Ausgabe FOTO: RTL
Wermelskirchen. Ein Internet-Portal hat dem für Wermelskirchen zuständigen CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach die Schulnote sechs verpasst. Von 27 gestellten Fragen hätte er inhaltlich keine beantwortet. 

Wer auf der Homepage des Internet-Portals Abgeordnetenwatch.de den Namen Wolfgang Bosbach anklickt und ihm dort eine Frage stellt, erhält folgende Antwort: "Da ich seit vielen, vielen Jahren völlig problemlos per Brief, per Fax oder per E-Mail erreichbar bin, darf ich Sie herzlich bitten, etwaige Fragen an mich auch an mich persönlich zu adressieren, ein Umweg über Abgeordnetenwatch.de ist nicht notwendig."

Wolfgang Bosbach zum "Ehrenfunk" ernannt FOTO: Miserius, Uwe

Im vergangenen Jahr habe er rund 10.000 Zuschriften erhalten und 99 Prozent davon natürlich auch beantwortet, betonte der für Wermelskirchen zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete auf Anfrage unserer Redaktion. Dennoch hat das Portal, das von einem Verein betrieben wird und sich als "direkter Draht von Bürgern zu den Abgeordneten" versteht, Bosbach in seiner alljährlichen Benotung der Politiker jetzt mit der Schulnote sechs versehen. Zur Begründung heißt es, Bürger aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis hätten auf Abgeordnetenwatch.de an Bosbach 27 Fragen gestellt. Inhaltlich beantwortet habe der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses dort aber keine.

"Mit solchen Spielchen versucht Abgeordnetenwatch.de jetzt schon seit Jahren, mich auf ihre Plattform zu zwingen", bemängelte Bosbach gestern. Nur warum solle er das tun, wenn sich doch der direkte Kontakt zu den Bürgern als rundum zufriedenstellend herausgestellt habe? "Allein im ersten Halbjahr 2015 habe ich schon wieder 6000 Anfragen beantwortet", betont der Politiker - ausgenommen seien nur einige Schreiben, "die allzu üble persönliche Beleidigungen enthalten".

Die rheinischen Abgeordneten im Bundestag FOTO: dpa, Michael Kappeler

Neben beruflichen Qualifikationen, anzeigepflichtigen Nebentätigkeiten sowie dem Abstimmungsverhalten will Abgeordnetenwatch nach eigenen Angaben auch Antworten der Parlamentarier auf Fragen aus der Bevölkerung öffentlich einsehbar machen. Für Bosbach ist das Eingehen auf solche Fragen indes eine persönliche Sache und "der Bestandteil meiner politischen Arbeit, in den ich mit Abstand am meisten Zeit investiere". Und so wird er auch nicht müde, darauf hinzuweisen, dass ihm diese Arbeit "persönlich extrem wichtig" ist.

(peco)
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