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Wermelskirchen
WSW-Bürgerplattform ist inzwischen platt

Wermelskirchen. Dirk Wartmann hat das Hilfsangebot endgültig eingestellt. Es fehlte die politische Vernetzung. Von Udo Teifel

Ehrenamtliche Hilfe ist in städtischen Einrichtungen und auch in Vereinen nicht mehr gefragt. Zu diesem Schluss muss jeder kommen, der sich mit Dirk Wartmann über die Bürgerplattform "Wir sind Wermelskirchen" (WSW) unterhält. Als stellvertretender Bürgermeister rief er diese Plattform ins Leben. Doch inzwischen ist sie platt.

In Zeiten des Sparens stehen immer wieder freiwillige Leistungen auf der Kippe. Wie könnte Einrichtungen und Vereinen geholfen werden? Diese Frage stellte sich 2012 der Dabringhausener Kommunalpolitiker Wartmann. Er rief mit anderen die Bürgerplattform ins Lebens: Ehrenamtler sollten bei Interesse Aufgaben übernehmen können, die zum Beispiel die Stadt nicht mehr leisten konnte. Hilfesuchende Vereine und Institutionen meldeten sich bei der Plattform.

"Wir haben Helfer vermitteln können, wir haben auch Menschen helfen können, die zu uns kamen", berichtet Wartmann. Doch anscheinend ging's den Vereinen und Einrichtungen immer besser - sie benötigten keine Hilfe mehr. Diesen Eindruck hat Wartmann gewonnen. Und so legte die Bürgerplattform 2013 eine Pause ein.

Inzwischen hat der Dabringhausener einen Schlussstrich unter dieses Engagement gezogen. Er ist seit der Kommunalwahl 2014 nicht mehr stellvertretender Bürgermeister, so dass ihm die politische Unterstützung und Einflussnahme fehlt. "Für so eine Arbeit braucht man eine Schnittstelle zu allen politischen Fraktionen. Dafür ist die Position eines stellvertretenden Bürgermeisters ideal." Nach der Wahl seien aber alle "Drähte" zu ihm gekappt worden, so dass er für sich keine Möglichkeit mehr sah, sinnvoll zu wirken. Er habe dann auch sein persönliches Engagement in dieser Sache zurückgefahren.

Erforderlich sei, nicht nur bei diesem Engagement, ein Schulterschluss über den Fraktionsrand hinaus - "sonst geht es nicht mehr weiter". Für so ein Projekt brauche man Partner. "Für eine Privatperson ohne die politische Vernetzung ist das sonst eine Totgeburt", sagte er. Wartmann wünscht sich, dass sich der neue Bürgermeister mit der Bürgerplattform identifizieren könnte - "ich habe aber kein Gespräch mit ihm gesucht", gesteht er ein. Vielleicht könne Bleek auch seine Stellvertreter motivieren, sich zu engagieren. Dann ginge vieles einfacher. "Das Beste wäre, ein Stellvertreter würde diese Plattform weiterführen. Dort wäre die Aufgabe gut angesiedelt." Er würde sicher mitarbeiten, aber nicht mehr an leitender Stelle, sagt Wartmann.

Vielleicht aber brauche unser Gemeinwesen so ein Ehrenamtsangebot auch nicht. "Ich beobachte, dass viel gemeckert wird, aber Ideen werden selten eingebracht."

Quelle: RP
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