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Wermelskirchen
"Wüste Storys" beschäftigen Gericht

Wermelskirchen. Bei diesem Wirrwarr, das Angeklagter und Geschädigter durch ihre Aussagen verursachten, blieb dem Amtsgericht nichts anderes übrig, als die Verhandlung zu vertagen. Bereits geladene und nicht erschienene Zeugen müssen noch gehört werden. Es geht um Diebstahl.

Der Geschädigte - ein 17-Jähriger aus Remscheid - will dem Angeklagten (35) aus Wermelskirchen das Handy seiner Mutter zum Verkauf ausgehändigt haben. Es könnte sein, dass er nach dem Verkauf 30 oder 40 Euro erhalten habe, sagte der Remscheider. Genau könne er sich daran nicht erinnern. Ferner soll der Angeklagte ihm einen Laptop, der auch seiner Mutter gehörte, gestohlen haben. Der 35-Jährige bestritt alle Vorwürfe - beim Verkauf des Handys habe er nur als Vermittler fungiert, und den Laptop habe der Jüngere, der bei ihm übernachtet hatte, frühmorgens wieder mitgenommen.

Das Handy habe der Remscheider dem Käufer gegeben und auch Geld dafür bekommen. Eine Freundin des Angeklagten soll alles mitbekommen haben. Sie war geladen, aber nicht erschienen. Sie müsse noch eine Strafe bezahlen, sagte der Angeklagte. Dazu sei sie im Moment mangels Geld nicht in der Lage. Ihr drohe Gefängnis. Sie habe Angst, sofort verhaftet zu werden, wenn sie im Gericht erscheine.

Der angebliche Käufer des Handys sollte als Zeuge erscheinen, doch war dem Gericht eine falsche Adresse genannt worden. Der Angeklagte sagte, dass der Geschädigte über Wochen bei ihm gewohnt habe. Eines Tages habe er den Laptop mitgebracht. Dann habe er ihn Tage nicht gesehen. Nachdem er wieder auftauchte, war am nächsten Tag der Computer weg. Der 17-Jährige habe oft "wüste Storys" erzählt. Er nehme Drogen und Tabletten.

Seine Mutter arbeitet als pädagogische Ergänzungskraft. Sie sagte aus, dass sie von all dem nichts gewusst habe. Sie habe den Angeklagten angezeigt, weil ihr Sohn es ihr so erzählt habe. Sie müsse jetzt noch das verschwundene Handy abbezahlen. Geld habe sie dafür nicht bekommen. Es sei richtig, dass ihr Sohn immer mal wieder "für ein paar Tage" verschwinde.

(bege)
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