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Verliebt In Wöllersberg
Wunderschönes Landleben mit allen Facetten

Verliebt In Wöllersberg: Wunderschönes Landleben mit allen Facetten
Annette, Saskia und Lothar Eiberg fühlen sich in Wöllersberg wohl. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Die Familie Eiberg kann sich keinen anderen Lebensraum als die Hofschaft Wöllersberg vorstellen. Von Stephan Singer

WERMELSKIRCHEN Wer aus Sonne kommend auf der Landstraße 101 in Richtung Dabringhausen fährt und in Kreckersweg rechts abbiegt, passiert nach wenigen Metern Wiesen und Weiden. Eine scharfe Linkskurve weiter erreicht man Wöllersberg - eine urig gewachsene Hofschaft, in der die Hausnummern nicht nach bekannter Norm anlegt sind, sondern von Schildern an den Stichstraßen ausgewiesen werden. Das letzte Haus am Platz mit der Nummer 9 ist nur über eine Anlieger-Zufahrt zu erreichen. Hier lebt Familie Eiberg. Und Lothar Eiberg kann getrost als "Ortsvorsteher" von Wöllersberg mit seinen etwa 70 Einwohnern bezeichnet werden.

Auch wenn er diesen Titel selbst nicht so gerne hört: "Es ist wie überall immer ein Vorreiter nötig. Und dazu gehören wir halt auch", sagt der 46-Jährige im BM-Gespräch, der mit Ehefrau Annette und zwei befreundeten Ehepaaren aus der Nachbarschaft die Federführung bei der Organisation vom Wöllersberger Hoffest oder vom legendären Pfingst-Zeltlager auf einer ihrer Wiesen übernimmt.

Das Hoffest in Wöllersberg steht übrigens im August wieder an. Lothar Eiberg: "Alle freuen sich darauf, weil wir konsequent unter uns bleiben. Den genauen Termin erfahren nur Wöllersberger."

Die fast schon freundschaftliche Verbundenheit aller Nachbarn und das ungestörte, naturnahe Leben machen für Lothar Eiberg den Reiz des Lebens in Wöllersberg aus. Als gelernter "Metaller" frönt Lothar Eiberg auf dem familiären Anwesen seiner Leidenschaft: Einem 45 Jahre alten Käfer Cabrio, das seit 27 Jahren in seinem Besitz ist - und natürlich immer wieder das eine oder andere "Schrauben" und "Dengeln" benötigt. "Ein chronisches Hobby", grinst der Abteilungsleiter der mechanischen Fertigung einer Remscheider Firma.

Dazu gesellt sich Eibergs 16 PS starker Güldner, Baujahr 1954, dessen Motorklang in ganz Wöllersberg bekannt ist. Und der betagte Traktor ist nach wie vor "fit": Kommt in Kombination mit einer Spaltmaschine beim Holzhacken genauso zum Einsatz wie im Winter bei starkem Schneefall. Dann räumt Lothar Eiberg gemeinsam mit Nachbar Michael Stieglbauer in den frühen Morgenstunden die Zufahrtsstraße, damit die Wöllerberger Muttis ihre Kinder zur Schule bringen können und alle rechtzeitig bei der Arbeit sind. "Wir haben hier natürlich einen städtischen Winterdienst, aber der kommt nicht so früh", berichtet Lothar Eiberg.

Selbstverständlich mache das ländliche Leben viel Arbeit: "Grund und Boden, Platz und Ruhe haben ihren Preis. Man muss das wollen." So packt die ganze Familie mit an, wenn der Rasen gemäht werden muss: Dann sitzen auch schon mal Gattin Annette und Tochter Saskia auf dem Aufsitz-Rasenmäher. Der 14-jährige Teenager genießt das ländliche Leben dennoch: Sie darf ein Pferd aus der Nachbarschaft regelmäßig reiten und so den Traum einer fast jeden jungen Dame leben.

"Ohne Auto geht es hier nicht. Wenn wir Ruhe haben wollen, fahren wir in Urlaub, denn zu Hause gibt es immer etwas zu tun", weiß Annette Eiberg um die "Nachteile" des Lebens in Wöllersberg. Die 45-Jährige fährt täglich zur Arbeit nach Radevormwald, wo sie im Sekretariat einer Geschäftsleitung tätig ist - vorher bringt sie Tochter Saskia zum Schulbus nach Remscheid.

Aber: Nachbarschaftlicher und familiärer Zusammenhalt stehen bei den Eibergs ganz oben. So werden Scheune und Garagen gerne für private Feiern genutzt. Hierher verlegt man bei Regen das Wöllersberger Hoffest, hier haben alle Polterabende der Familie stattgefunden. Genauso kommen Familienmitglieder gerne sogar aus Würzburg nach Wöllersberg, um Geburtstage zu feiern - denn hier stört man eben niemanden und bleibt ungestört. "Wir haben schon manch eine Party gefeiert. Auch das Binden der Girlanden bei Hochzeiten und Jubiläen in der Nachbarschaft ist immer schon ein feucht-fröhliches Ereignis für sich", sagt Lothar Eiberg und lacht.

Er kehrte übrigens im Alter von zwei Jahren mit Vater Heinz-Willi und Mutter Magdalena nach Wöllersberg zurück, wo die Familie her stammt und bereits Großvater Josef bekannt war wie der sprichwörtliche "bunte Hund". Nach dem Tod seines Vaters lebt seine Mutter, die 88-jährige Magdalena Eiberg, nach wie vor auf dem Anwesen - 1998 erfolgte Lothars und Annettes Anbau an das Elternhaus. Das Ehepaar lernte sich 1995 kennen, zog 1996 in eine Dabringhausener Wohnung zusammen. "Dort lebten wir zwei Jahre, ich war aber täglich in Wöllersberg", sagt Lothar Eiberg.

Quelle: RP
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