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Wermelskirchen
Zu "Rita Leen" kommt auch die Oma an die Bühne

Wermelskirchen. Während einige am Montag in aller Gelassenheit über den Krammarkt bummeln, braut sich seit acht Jahren in beliebter Tradition am frühen Matinee-Nachmittag an der Kattwinkelschen Fabrik ein Hexenkessel zusammen. Dann ruft nämlich die Wermelskirchener Band "Rita Leen" mit ironischem Unterton zur "Oase der Ruhe". Und auch diesmal war es rappelvoll - wenn wohl nicht ganz so gefüllt wie im Vorjahr.

An der Katt treffen sich die langjährige Freunde und alte Bekannte. Dazu zählen ebenso die Musiker, die allesamt aus Wermelskirchen stammen. Das verbindende Tuch zwischen Publikum und Band scheint sich von Jahr zu Jahr stärker zu weben, bereits beim Intro des Konzerts reckten sich im Takt der aufheulenden Sirenen die Arme in die Luft. Eine geteilte Begeisterung von Zuhörern und Musikern, die voller Spielfreude mitfeiern und nicht bloß "entertainen". Dieser Enthusiasmus führte gar dazu, dass Gitarrist Levi Dombrowski nach fünf Liedern ungewollt von der Bühne fiel - schlimmere Folgen als der Schreck blieben ihm und den Zuschauern erspart. Gut so, denn Dombrowskis Kinder hielten sich unmittelbar in seiner Nähe mit Ohrschützern gewappnet an den Lautsprechern auf.

Dort saßen auch Mika (sieben Jahre) und Arik (fünf Jahre), deren Eltern Caro Beneking-Fischer und Holger Fischer regelmäßig "Rita Leen"-Konzerte besuchen. Für die 37-Jährige und den 45-Jährigen zelebriert die Formation die Musik ihrer Jugend, die bis heute "ihre" Musik geblieben ist. "Die gigantische Stimmung hier sagt doch alles, diese Begeisterung ist kaum in Worte zu fassen", lachte Holger Fischer. Die an Jahren älteste Besucherin des "Rita Leen"-Konzerts dürfte die 85-jährige Erika Thielen, Großmutter des inzwischen in Berlin lebenden Bassisten Marco Sgarra, gewesen sein. Sie freute sich: "Ich wollte meinen Enkel auf der Bühne sehen."

Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Kirmes zeigte sich Annette Koriandt, die gemeinsam mit Ehemann Jens als Pächter des Bistro Katt zum ersten Mal das Spektakel erlebt und die Kosten für Bühnentechnik und -programm trägt: "Es ist schon anstrengend. Aber es klappt schon. Natürlich mussten wir uns hineinfinden, wirklich schief gegangen ist nichts."

"Rita"-Sänger Luis Soler-Monte kommentierte das, was Musiker und Zuhörer erlebten, auf den Punkt: "Matinee ist dazu da, sich selber zu feiern." Die einer Fußballstadionkulisse ähnelnden Jubelgesänge der Besucher als Antwort sprachen eine deutliche Sprache.

(sng)
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