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Wermelskirchen
Zuhören und Mitsingen beim Bläserkonzert im Dorf

Wermelskirchen. Dass Blasmusik sich nicht nur auf die allseits bekannte Marschmusik beschränkt, sondern ein festliches und sogar erhabenes Musikerlebnis sein kann, bewies das Bläserkonzert in der evangelischen Kirche Dabringhausen am Freitagabend.

Dazu hatte der Posaunenchor "Kleine Linde", der inzwischen seit 126 Jahren besteht, in Kooperation mit dem Bläserkreis des CVJM Burscheid unter dem Thema "Musikalische Adventsgedanken" eingeladen - etwa 60 Zuhörer besuchten das knapp eineinhalbstündige Konzert.

"Lassen Sie sich mitnehmen in die vorweihnachtliche Zeit", betonte Dirigent Kurt Berger gleich zu Beginn. Und bat die Besucher darum, sich den Applaus für das Ende des Konzerts aufzusparen. Das unterstrich das besinnliche Konzept des Abends mit dem Hauptaugenmerk auf reine Blasmusik-Arrangements und ließ am Ende der Lieder den Hall der Musik durch die Kirchenbau-Akustik fast fühlbar ungestört nachklingen.

Dazu gesellten sich Einlagen von Eva Jendrischewski an der Orgel und nachdenklich stimmende Texte von Lektorin Brigitte Berger, die Ehefrau des musikalischen Leiters. Sie las unter anderem das Weihnachtsgedicht von Theodor Storm: "Ich fühl's - ein Wunder ist geschehen!" Auch Lieder aus dem Gesangbuch stimmten die Blasmusiker von "Kleine Linde" und CVJM Burscheid an, was den Zuhörern die Gelegenheit zum Mitsingen gab.

Mit "Wir sagen Euch an den lieben Advent" oder "Mach hoch die Tür" intonierten die Akteure im Alter von 14 bis 76 Jahre unbestrittene Klassiker der Vorweihnachtszeit. Sogar bis 1581 gingen die beiden Ensembles, die sich eigens für dieses Konzert zusammengeschlossen hatten, mit der Auswahl von fünfstimmigen Chorälen zurück. Diese Choräle spielten die Blasmusiker denn auch deutlich langsamer als heute üblich - das untermauerte den festlichen Charakter, den sich die Komponisten in der damaligen Zeit ausmalten.

Das Lied "Glocken der Weihnacht" von Christian Sprenger führte die Zuhörer in die heutige Zeit. Die 20 Musiker von "Kleine Linde" und CVJM lernten den Komponisten sogar persönlich bei einem Workshop kennen. Um den Eindruck des Liedes, das musikalisch unter anderem Glockengeläut andeutet, zu verstärken, stellten sich Trompeter und Posaunisten bei der Darbietung extra etwas weiter auseinander, was das von Glocken typische Wechselspiel betonte.

Dirigent Kurt Berger zitierte den Komponisten Christian Sprenger: "Die Bläsermusik ist das sicherste Zeichen, dass Weihnachten ist." Als wollten sie genau diese Worte bestätigen, beendeten die Musiker das Konzert mit dem erhabenen "Tochter Zion".

(sng)
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