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Wesel
130 Sponsoren für die Seifenblasen-Pilotin

Wesel. Weil die Verlage ihr Buch abgelehnt hatten, haben Annika Kuhn und Martin Grolms eine Crowdfunding-Kampagne gestartet - mit Erfolg. Von Marcel Romahn

Die kleine Greta steht mit ihren Eltern im Stau - langweilig. Deshalb lässt sie ihrer Fantasie freien Lauf und schickt kurzerhand ihre imaginäre Freundin Pinipa auf Entdeckungsreise quer durch Deutschland. Das Reisegefährt: Eine große Seifenblase, in der Pinipa vom Rheinland, ins Ruhrgebiet, bis nach Hamburg, Berlin und München schwebt. Auf ihrem Weg lernt sie viel über die Städte, ihre Vergangenheit und die Menschen, die dort leben. Eine spannende Geschichte für Kinder, die lustig, ausgeflippt und vor allem lehrreich sein soll. Eine besondere Kombination mit der die Autoren Annika Kuhn (31) und Martin Grolms (38) bei den großen Verlagen jedoch kein Gehör fanden. Doch das sollte nicht das Ende von "Pinipas Abenteuern" bedeuten.

Sach- oder Bilderbuch? Auf diese Frage fanden die Verlage keine Antwort und erteilten schnell ihre Absage. "Man konnte das Buch keinem Genre zuordnen", sagt Martin Grolms, der zusammen mit seiner Freundin Annika drei Jahre lang an der Kindergeschichte gearbeitet hat. "Wir haben mehr als 50 Verlage angeschrieben und nur Absagen oder gar keine Antwort bekommen." Doch die Arbeit sollte nicht umsonst gewesen sein: Das Paar entschied sich, den Gruhnling Verlag zu gründen und die Druckkosten in Höhe von 3900 Euro per Crowdfunding-Kampagne im Internet zu sammeln. "Und das Resultat war einfach großartig", erinnert sich Annika Kuhn, die als gelernte Grafikerin für das Layout und die Illustrationen des Buches zuständig war. "Innerhalb von zehn Tagen hatten wir die Summe bereits zusammen." Rund 130 Investoren hatte das Duo inzwischen online von ihrer Idee überzeugt. "Wir haben ein Making-of-Video gezeigt, in dem wir die Geschichte mit Basteleien nachgespielt haben", sagt Grolms. "Ich glaube das kam gut an." Und das obwohl - oder gerade weil - beide im Video ziemlich nervös waren. "Offen, ehrlich und sympathisch", sagt Kuhn. "Genau wie das Buch." Am Ende hatten sie 5300 Euro für ihr Projekt gesammelt, 135 Prozent des benötigten Budgets.

Von den 1000 Büchern, die zu Anfang gedruckt wurden, sind noch knapp 400 übrig. "Wir werden bald noch 2000 Bücher nachdrucken lassen", sagt Grolms, der das Schreiben schon in seinem Beruf als Redakteur für sich entdeckt hat. Außerdem plant das Paar weitere Projekte rund um "Pinipas Abenteuer", etwa ein Hörbuch, von dem bereits die ersten drei Kapitel vertont sind, und ein Gesellschaftsspiel - alles noch in diesem Jahr. Auch im Internet wird Pinipa immer populärer. Auf ihrer Homepage und bei Facebook gibt es weitere Infos rund um die Seifenblasen-Pilotin.

Gewinn haben Annika und Martin mit ihrem ersten Werk noch nicht gemacht. Allein der Versand der Einzelexemplare habe rund 300 Euro verschlungen, der Druck den gesamten Rest. "Aber wir hatten so viel Spaß dabei und sind jetzt erst recht motiviert", sagt die junge Grafikerin. "Es ist harte Arbeit, aber wir sind noch ganz neu in dieser Branche und haben viele Ideen."

Quelle: RP
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