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Hamminkeln
15,5-Millionen-Projekt macht Fortschritte

Hamminkeln: 15,5-Millionen-Projekt macht Fortschritte
Architekt Bernhard Maaß berichtet vom Fortgang der Abriss- und Erschließungsarbeiten auf dem Gelände, auf dem viele Jahre die HSV-Fußballer ihre Trikots anzogen. FOTO: RP
Hamminkeln. Gestern wurden das alte Sportheim und der Schießstand in Hamminkeln abgerissen. An ihre Stelle kommt demnächst die neue Zufahrt zum Baugebiet Alter Sportplatz. Jetzt wird auf weitere Baugenehmigungen gewartet. Von Thomas Hesse

Der Bagger rollt und reißt die letzten Mauern ein. Am Rande türmen sich Schuttberge, der Schredder rattert. Was wiederverwertbar ist - Metalle, Holz, Steine - wird aussortiert. Das ist aufwendig, aber immer noch preiswerter als die Reste des Schießstands des Vereins Admiral van Lans und des lange leerstehenden Sportheims des Hamminkelner SV zu entsorgen.

Es geht voran mit dem Bauprojekt Brüner Straße. Und zwar, so wie angekündigt, noch im Oktober. Dort, wo sich über Jahrzehnte die HSV-Fußballer umgezogen haben, wird Platz benötigt, um das neue Baugebiet mit 76 Wohneinheiten mit einer neuen Zufahrtsstraße anzubinden. Die Erschließung mit Kanal und Leitungen für die Bebauung des alten Sportplatzes sind in vollem Gang.

Architekt Bernhard D. Maaß ist zufrieden. Das Wetter passt, der Zeitplan ist im Lot. Autofahrer müssen aber noch einige Zeit die Sperrung der Brüner Straße und damit eine wichtige Zufahrt in den Hamminkelner Ortskern umfahren. Nach jahrelangem Gezerre um den Bau einer Ökosiedlung oder einen Discounter mit anschließendem Stillstand wird langsam sichtbar, was an der Brüner Straße entwickelt wird. Und was nötig ist für die Stadt: Nämlich ein neues Wohnangebot - sowohl für Eigenheimkäufer als auch für Senioren und Mieter. Bernhard D. Maaß vom Büro "Kleiböhmer + Partner" findet es gut und klug, dass die Stadt zu Beginn der Investorensuche die Vorgabe gemacht hat, 30 Prozent sozialen Wohnungsbau in das Gesamtkonzept einzubauen. 36 geförderte Wohnungen, die der Mietpreisbindung unterliegen, sorgen bald dafür, dass eine sozial gemischte Siedlung entsteht. Auch wenn es über die Größenordnung internen Streit gegeben hatte, der in der SPD bis heute mit dem Fraktionsrauswurf von Ratsmitglied Martin Wente nachklingt. Schnee von gestern. Maaß will bauen, er steht für den Gesamtentwurf, mit dem er beim Investoren- und Architektenwettbewerb siegte. Investor ist die B&K Wohnbau aus Wesel. Das Projekt hat ein Volumen von etwa 15,5 Millionen Euro. Die Energieversorgung wird durch ein Blockheizkraftwerk gewährleistet, das die Stadtwerke Wesel bauen und betreiben. Diese Form der zentralen Versorgung einer ganzen Siedlung mit Service aus einer Hand findet Maaß richtig. "Es ist sinnvoll, eine komplette Siedlung so anzubinden", sagt er.

Als sinnvoll hat sich auch die charmante architektonische Lösung mit den sogenannten Wohnhöfen erwiesen. "Die Nachfrage ist enorm", erzählt er. Insbesondere für Senioren, die ihre Häuser aufgeben wollen, sind die Bungalowwohnungen mit kleiner Terrasse, überschaubarer Grünfläche und einem Gemeinschaftsgarten attraktiv.

Doch die Mixtur ist gedacht für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Zehn Einfamilienhäuser mit bis zu 135 Quadratmetern Wohnfläche (ohne Keller), zwölf Bungalows, 24 Eigentumswohnungen in drei Gebäuden und 36 öffentlich geförderte Wohnungen - das sind die Eckpunkte. Der Architekt hat das alles in eine quasi städtebauliche Symmetrie hineingestaltet, mit Dorfanger - sprich Grünfläche und Versickerung - und der Anbindung der mittleren Erschließung an einen Parkplatz. Die bestehenden Baumreihen bleiben erhalten, ebenso der Spielplatz am Kerschenkamp.

Jetzt warten die Bauherren auf die Baugenehmigung und die Förderbewilligung des Kreises für die beiden geförderten Gebäude. Parallel zum Wohnungsbau soll die Erschließung vorangehen. Dann wird auch der alte Sportplatz verschwinden. Noch lugt zwischen dem sich ausbreitenden Grün die rote Asche des Spielfeldes hervor. Sie wird abgetragen und wiederverwertet, wenn es weitergeht.

"Es war eine reizvolle Aufgabe, das Gebiet zu überplanen. Das ist ein sehr großes Projekt für uns", sagt Bernhard Maaß. Dass er hier tätig sein würde, hat er nicht geahnt. Er sei zufällig und sehr knapp vor dem Wettbewerbsende auf das laufende Verfahren aufmerksam geworden. Der Zuschlag für B & K und seinen Entwurf sei eine sehr positive Überraschung gewesen.

Quelle: RP
 
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