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Hamminkeln
160 Flüchtlinge kommen in die Daßhorst

Hamminkeln: 160 Flüchtlinge kommen in die Daßhorst
In Mehrhoog informierten sich Bürger zum Thema Flüchtlinge. Gestern folgte dann Hamminkeln. FOTO: Weissenfels
Hamminkeln. Sozialwohnbau wird jetzt zum Thema. Ein Standort in Hamminkeln soll auch der alte Sportplatz an der Brüner Straße sein. Von Thomas Hesse

Es war die fünfte und letzte Informationsveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen in den Ortsteilen, und es war die am schlechtesten besuchte. Im Ratssaal entwickelte sich dennoch eine konstruktive Debatte ohne Misstöne. Das war anders als vor Monaten, als das Vorhaben, an der Diersfordter Straße Unterkünfte zu bauen, Wellen schlug.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

Mittlerweile ist die Errichtung von Unterkünften zur Normalität geworden, und die Akzeptanz in der Gesamtstadt gewachsen. Dabei wird auch der Ortsteil Hamminkeln künftig stärker entsprechend seinem Anteil an der Gesamtbevölkerung (28,4 Prozent) belastet. So wird in der nächsten Woche in der Daßhorst nahe der Feuerwehrwache der Bagger anrollen, dort werden 40 Holzhaus-Module für je vier Bewohner errichtet. Platz ist hier für bis zu 47 Module. Weitere Standorte, falls sich die Prognosen von 1400 Flüchtlingen Ende 2016 erfüllen, sind an der Industriestraße und Am Feldrain (ehemaliger Bolzplatz) am Christophorus-Haus geplant. Aktuell sind die Module nach holländischer Art an der Diersfordter Straße und an der Rathausstraße in der Fertigstellung.

Die Stadt ist dabei, die zweite Stufe der Unterbringung für Flüchtlinge, die bleiben, zu zünden - sprich: sozialer Wohnungsbau. Als eine der ersten Flächen wird laut Bürgermeister Bernd Romanski der alte Sportplatz an der Brüner Straße ins Auge gefasst. Die Nutzung dieser Fläche hat in der Vergangenheit für Diskussionen gesorgt. Aus dem Publikum kam die Aufforderung, Flächen für private Investoren zu schaffen, um sozialen Wohnungsbau zu betreiben. Das Problem: Es dauert ein Jahr, bis Baurecht geschaffen ist.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Romanski sicherte zu, diesen Weg 2016 zu gehen. Das dürfte nötig sein, denn für Unterkünfte wie an der Daßhorst gelten drei Jahre Sonderbaurechte. Danach ist Ersatz zu schaffen. Romanski nannte es "alternativlos", in den Neubau von Unterkünften zu investieren, wolle man nicht weitere Einschnitte in die Lebensqualität der Bürger. "Sonst sinkt die Akzeptanz in der Flüchtlingsfrage", sagte er. Damit erzeugte er auch politischen Druck, weitere Millionen über Sonderermächtigungen freizugeben. Andererseits kündigte der Bürgermeister einen "Etat 2106 an, der dramatisch wird". Welche Folgen das hat, will die Stadt in der nächsten Woche veröffentlichen. Auch die Zusage, die Hogenbuschhalle in Mehrhoog im Januar für den Sport frei zu machen, kassierte Romanski. Es soll später werden - wann, weiß niemand.

Teurer durch mehr Personal wird auch die Betreuung. So werden zwei Sozialarbeiter eingestellt, eine Stelle über den Bundesfreiwilligendienst wird geschaffen. Die Flüchtlingshilfe erläuterte, dass sie mehr Helfer für Deutschkurse benötige. Die Beschäftigung von Flüchtlingen war weiteres Thema. Sie spendeten Lob für die klare und offene Art, in der die Informationsveranstaltung ablief.

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Quelle: RP
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