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Schermbeck
26-Millionen-Investition für vier Windräder

Schermbeck. Gestern fand der symbolische erste Spatenstich für den Windpark Lühlerheim der Gladbecker Firma statt. Er soll, rein rechnerisch, jährlich 8500 Drei-Personen-Haushalte mit grünem Strom versorgen. Von Helmut Scheffler

Nach fast fünfjähriger Planungszeit erfolgte gestern der erste Spatenstich für die Errichtung von vier Windkraftanlagen im geplanten SL Windpark Lühlerheim. Als Geschäftsführer der Gladbecker Firma SL Windenergie erläuterte Klaus Schulze Langenhorst Details der Baumaßnahme. Im Windpark sollen vier mehr als 200 Meter hohe Anlagen vom Typ Enercon E-115 errichtet werden und ab April/Mai 2017 in Betrieb gehen. Die lange Planungsphase war erforderlich, weil unterschiedliche Gutachten zur Umweltverträglichkeit und zum Artenschutz erstellt werden mussten. Es wird mit einem Jahresertrag von gut 30 Millionen Kilowattstunden gerechnet. Das reicht für die Versorgung von 8500 Drei-Personen-Haushalten mit grünem Strom. "Bei dem Projekt spielen Bürgerbeteiligung und lokale Wertschöpfung eine entscheidende Rolle", verwies Schulze Langenhorst auf die Möglichkeit, dass Bürger an der Finanzierung beteiligt werden können. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt 26 Millionen Euro.

Beide Schermbecker Banken bieten ihren Kunden eine finanzielle Beteiligung an. "Wir möchten alle Bürger aus der Region - vorrangig aus Weselerwald, Schermbeck, Marienthal und Drevenack - an dem Projekt und dessen Erträgen teilhaben lassen", lud Friedrich-Wilhelm Häfemeier als Vorstandsmitglied der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe (Nispa) ein, am 4. Oktober, ab 19 Uhr an einem Infoabend in der Dammer Gaststätte Pannebäcker teilzunehmen. Dort soll die Beteiligung über Sparkassenbriefe zu einem Zinssatz von 1,2 Prozent im Gesamtwert von 1,5 Millionen Euro vorgestellt werden.

Die Volksbank Schermbeck sieht über ihre seit 2010 bestehende Schermbecker Energie-Genossenschaft eine Bürgerbeteiligung im Gesamtwert von 750.000 Euro vor. Volksbank-Vorstandsmitglied Norbert Scholtholt und Petra Menting als Vorsitzende der Energiegenossenschaft luden zur Generalversammlung der Energiegenossenschaft ein, die am 29. September um 18 Uhr im Saal der Gaststätte Ramirez beginnt.

"Keiner möchte Tschernobyl bei uns erleben. Deshalb war es konsequent zu überlegen, woher neue Energien kommen", sagte Bürgermeister Mike Rexforth über die Möglichkeit, viel Strom über Windkraftanlagen zu erzeugen. "Wir hatten keine Wahl, ob wir Windkraftanlagen im Gemeindegebiet zulassen, sondern nur die Wahl, wie wir es machen", erläuterte Rexforth den langwierigen Planungsprozess. Am Wachtenbrink träfen die Anlagen zwar auch einige Menschen, aber bei fehlenden Konzentrationszonen hätten viel mehr Bürger Anlagen in einer geringeren Nähe bekommen. Mit der Baumaßnahme wurde bereits vor dem symbolischen Spatenstich begonnen.

Quelle: RP
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