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Wesel
300 bei Blumenkamper Fackelzug gegen die Betuwe

Wesel. Gestern Abend: große Resonanz für Protestzug trotz kurzer Vorlaufzeit. Letzter Weckruf: Einwände bis morgen möglich. Von Michael Stein

Eine solche Demonstration hatte das ansonsten eher recht beschauliche Blumenkamp in seiner Geschichte noch nicht erlebt. Rund 300 Menschen waren dem Aufruf der "Blumenkamper Vielfalt", einem Zusammenschluss von örtlichen Geschäftsleuten, gefolgt und demonstrierten mit einem beeindruckenden Fackelzug gegen die "Betuwe-Pläne" der Bahn. "Die Idee hierzu kam uns spontan bei einer Besprechung", so berichtet Koordinator Alexander Schulten. Auch seine Mitstreiter Wilhelm Busch und Christian Herbers seien sofort Feuer und Flamme dafür gewesen. Dass dann trotz einer recht kurzen Vorlaufzeit am Ende so viele Menschen an dem Zug, der von der Gaststätte Haus Blumenkamp bis zum Bereich Brückenbauwerk Emmericher Straße führte, teilnahmen, gab den Initiatoren recht. Die Aktion zeigte einmal mehr sehr deutlich, wie groß die Sorgen und Ängste der Bürger vor Lärm, Erschütterungen oder auch in Sicherheitsfragen sind. Angeführt von einem Transparent mit der Aufschrift "Effektiver Lärmschutz - Maximale Sicherheit" setzte sich die Demonstration mit 100 Fackeln und 16 Ordnern in Bewegung. In der dann abschließenden Kundgebung stellten die Fackelträger symbolisch den fehlenden rund 400 Meter langen Lärmschutz vom neuen Haltepunkt Feldmark bis hin zum Pelikanweg in Blumenkamp dar. "Wie wird sich das auf den Ortsteil in seiner zukünftigen Entwicklung auswirken?", fragte Alexander Schulten in seiner Begrüßungs-Rede, "da sind doch ganze Existenzen bedroht."

Der Koordinator der Blumenkamper Vielfalt erläuterte auch die Sicherheitsbedenken und sprach von einem letzten Weckruf, welche dieser Fackellauf bewirken soll: "Noch bis zum 17. Dezember können Einwände erhoben werden." Auch Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, die überraschend doch selbst gekommen war, wies auf diesen Termin hin. Gert Bork von der Bürgerinitiative "Betuwe - so nicht", erläuterte, dass man an vielen Fronten kämpfte. Gerade sei ein weiteres Schreiben an Bahnchef Rüdiger Grube abgesandt worden, in dem die Initiative genaue Zug-Daten angefordert hätte (RP berichtete).

Quelle: RP
 
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