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Niederrhein
780.000 Tonnen Rüben können kommen

Niederrhein. Die Appeldorner Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen startet morgen die Rübenkampagne. Etwa 450 Lkw täglich werden bis kurz vor Weihnachten die Feldfrüchte von rund 1200 Landwirten anliefern. Der Zuckergehalt ist besser als 2015. Von Marc Cattelaens

Eine gesunde Mischung aus Anspannung und Vorfreude spiegelt sich in den Gesichtern der Mitarbeiter der Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Appeldorn wider. Alle warten darauf, dass sie endlich losgeht, die Rübenkampagne. Morgen um 6 Uhr ist es soweit, dann öffnen sich die Werkstore und die ersten Rübenlaster können herein rollen.

Etwa 450 Lkw pro Tag werden in den kommenden Wochen und Monaten in Appeldorn erwartet. Geladen haben sie die Rüben von etwa 1200 Landwirten. Die meisten Rübenbauern, die Pfeifer & Langen in Appeldorn beliefern, sind in den Kreisen Kleve und Mönchengladbach sowie im Gelderland angesiedelt. 40 Kilometer beträgt eine durchschnittliche Anfahrtstrecke. "Wir konnten 70 bis 80 neue Landwirte neu für uns gewinnen", sagt Tim Wischmann, Leiter der Abteilung Landwirtschaft.

Wischmann geht davon aus, dass es eine relativ kurze Rübenkampagne wird. "Bis kurz vor Weihnachten werden wir wohl damit durch sein", schätzt er. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren hatte die Rübenkampagne noch bis Mitte Januar gedauert. Das gibt die Quote dieses Mal nicht her. Wie viele Rüben Landwirte anbauen und wie viel Geld sie dafür von den Produzenten bekommen, wird seit Jahrzehnten von der EU geregelt. Aber nicht mehr lange - schon bei der nächsten Rübenkampagne wird es die Quote nicht mehr geben.

Erste Proberodungen haben ergeben, dass mit einer durchschnittlichen Erntemenge zu rechnen ist. Wischmann geht davon aus, dass bis zum Ende der Kampagne etwa 780.000 Tonnen Rüben angeliefert und verarbeitet werden. Eine gute Nachricht für Pfeifer & Langen: Der Zuckergehalt ist dieses Mal wohl besser als im langjährigen Durchschnitt.

Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn die Witterung im Frühsommer war nicht gerade ideal für das Wachstum der Rüben: Die Temperaturen waren zu niedrig, es regnete zu oft. Wischmann: "Viele Flächen waren total überflutet, so dass die komplette Ernte ausfällt." Die lange Trockenperiode und die hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen hätten dann noch einiges rausgeholt. Aber auch hier gibt es wieder einen Haken: Die Böden sind zurzeit so trocken und hart, dass an eine Ernte noch nicht zu denken ist. Da kämen einige Regentage für die Kampagne jetzt gerade recht.

97 Stamm-Mitarbeiter, sieben Auszubildende und 37 Kampagnen-Mitarbeiter stehen bereit, um den Zucker aus den Rüben zu holen. Das fängt an bei den "Schätzern", die über den Daumen peilen, wie viel Erde an den angelieferten Feldfrüchten haftet, und geht über die "Picker", die von den Lkw gefallene Rüben auflesen, bis hin zu den Laborkräften und den Technikern, die über die vielen Maschinen und Steuerungsgeräte wachen.

Apropos Mitarbeiter: Im Appeldorner Pfeifer&Langen-Werk ist man derzeit auf der Suche nach zwei Auszubildenden zum Industriemechaniker. Sie könnten vielleicht schon im nächsten Jahr zu denen gehören, die den Start der Rübenkampagne kaum noch abwarten können.

Quelle: RP
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