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Schermbeck
950 Meter mehr Feldbahn

Schermbeck: 950 Meter mehr Feldbahn
Künftig können Michael Nienhaus (rechts), Erik Lachmann und dessen Sohn Janeck eine längere Strecke mit der Bahn fahren: Hier eine Aufnahme aus dem Sommer. FOTO: Gerd Hermann
Schermbeck. Die Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen erweitern ihre Schienen, wenn die Genehmigung kommt.

Michael Nienhaus sagt: "Wir hoffen, dass wir alles zusammen haben." Die Pläne der Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen sind schließlich groß. Der Verein möchte von seinem Betriebsgelände auf einem Hof in Gahlen aus neue Gleise legen. Bisher existierte neben dem Betriebsgelände nur eine kurze Strecke bis zur Jugendbegegnungsstätte.

Der Verein habe ein Ingenieur-Büro mit den Planungsaufgeben beauftragt, sagt der Vereinsvorsitzende Nienhaus. In den DIN A1-großen Plänen seien die Geodaten vermerkt, zudem alle Bäume an der geplanten Strecke mit Stamm- und Kronendurchmesser. Kürzlich hat der Verein die Unterlagen bei der zuständigen Baubehörde beim Kreis Wesel eingereicht. "Wir sind guter Dinge, dass jetzt alles komplett ist", sagt Nienhaus. Zuletzt hatte der Kreis noch weitere Bauzeichnungen und Vermessungsunterlagen gefordert. Jetzt hoffen die Ehrenamtlichen, dass es mit der Genehmigung zügig vorangeht. Vielleicht schon im Dezember könnte diese vorliegen, ergänzt der Vorsitzende. Denn nach Möglichkeit möchten die Feldbahner den kommenden Winter und die Vegetationspause für ihre Bauarbeiten nutzen.

Die werden damit beginnen, dass mehrere hundert Meter Gleise mit einem großen Tieflader aus Wesel angeliefert werden. Eine im Kiesabbau tätige Firma hat den Gahlenern die jeweils zwölf Meter langen Schienenstücke gespendet. Diese hätten 30 Jahre in der Ecke gelegen, seien nicht genutzt worden und sähen aus wie neu, freut sich Nienhaus.

Bis zu 950 Meter Fahrtstrecke möchten die Feldbahner in Gahlen errichten, in zwei Stufen wollen sie vorgehen. In einem ersten Schritt, möglichst bald, sollen die Gleise vom Bauernhof entlang der Straße Im Aap bis an das Sportgelände des TuS Gahlen verlegt werden. "Wir werden pendeln", beschreibt Nienhaus das Fahrt-Prinzip.

In einer zweiten Stufe sollen die Gleise an einer großen Eiche abbiegen und in Richtung Lippe weiterführen. Umsetzmöglichkeiten sollen einen Wechsel der Lok jeweils an den Zuganfang erlauben. Denn der Schiebebetrieb ist nicht erlaubt.

Mit den Gleisen des Betriebsgeländes, Abstellgleise inklusive, sollen es nach Abschluss der zweiten Stufe rund 1200 Meter Gleis sein. "Wir waren nahe dran, das Handtuch zu werfen", sagt Nienhaus über das aufwändige und lange Genehmigungsverfahren. Fast hätte der Verein sein Vorhaben aufgegeben. Auch ein artenschutzrechtliches Begleitgutachten haben sie dafür schreiben lassen. Wenn alles gut geht, liegt im Frühjahr oder Sommer eine längere Trasse. Nienhaus: Dann könne der Verein seinen Besuchern wieder etwas Neues anbieten. Das heißt aber auch: Die ursprünglich geplante Trasse auf den alten Gleisen der Idunhall-Tonbahn mit Ausbau in Richtung Gahlen ist Geschichte.

(rtl)
 
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