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Hamminkeln
A 3: Keine Lust auf Verkehr aus Wesel

Hamminkeln. Raiffeisenstraße: SPD fordert Große-Holtforths (CDU) Rücktritt, läuft aber auf.

Nachklang gestern zum Investoren-Desaster an der Raiffeisenstraße: Die Stadt hebt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf, ändert ihn um in einen neuen Plan, und die Politik legt eine Veränderungssperre auf das Entwicklungsgebiet. Damit übernimmt die Stadt wieder das Heft des Handelns. Das beschloss der Planungsausschuss. Das Plangebiet sollte nach CDU-Vorstellungen bis zur Molkerei- und Diersfordter Straße erweitert werden. Das erfolgt aber vorerst nicht. Ein von der SPD inszenierter Eklatversuch scheiterte kläglich, da die deutlich desinteressierte Ausschussmehrheit keinen Sinn in einer rückwärtsgewandten Debatte sah. Bruno Lipkowsky (SPD) warf der Ausschussvorsitzenden Anneliese Große-Holtforth (CDU) falsche Anschuldigungen gegen Bürgermeister Romanski vor, forderte eine Entschuldigung und ihren Rücktritt als Ausschussvorsitzende. Diese blieb ruhig und lehnte die Forderung ab.

In der Tat hatte sich Romanski in die Verhandlungen eingeschaltet, als die Umsetzung des Projekts politisch gesichert schien. Als es dann platzte, wieder gekittet wurde und erneut platzte, hatte CDU-Chef Norbert Neß den Bürgermeister angegriffen und Große-Holtforth zitiert, die sich aber nie persönlich öffentlich geäußert hatte. Die CDU hat also Anlass, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu überdenken.

Themenwechsel: Hamminkeln hat keine Lust auf Verkehr aus Wesel, der mit der vorgesehenen A 3-Auffahrt Brünen auf die Stadt zurollen würde. Auf CDU-Antrag prüft Hamminkeln nun, ob ein Verkehrsgutachten die künftigen Ströme prognostizieren soll, um Erkenntnisse dafür zu bekommen, ob eine westliche oder östliche Umgehung Brünens sinnvoll ist.

Deutlich wurde in der Debatte, dass die Auffahrt im Zusammenhang mit der künftigen Südumgehung in der Kreisstadt dazu dient, die Verkehre weiterzuleiten. Romanski sagte, dass der Anschluss Wesel hilft, nicht Brünen. Auch Borken dürfte Interesse an der neuen A 3-Zufahrt haben. Der Bürgermeister schlug vor, nur eine Auffahrt Richtung Holland umzusetzen. Er warnte in Sachen Gutachten ebenso wie einige Ausschussmitglieder davor, dass der Schuss nach hinten losgehen könnte. Meint: Geringe prognostizierte Verkehrszahlen könnten bewirken, dass eine Umgehung als überflüssig gilt.

(thh)
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