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Hamminkeln
Abfallgebühren werden 2017 steigen

Hamminkeln. Entsorgungskosten fallen höher aus. Das Wertstoffmobil lässt die Gebühr noch einmal steigen. Weitere Belastung: Das Landeswassergesetz erhöht Gebühren für versiegelte Flächen massiv. Von Thomas Hesse

Die Hamminkelner müssen sich für 2017 auf deutlich höhere Abfallgebühren einstellen. Wie hoch sie steigen werden, hängt von einer Entscheidung in der Ratssitzung am Donnerstag, 1. Dezember, ab. Denn die Politik ist sich noch nicht einig, ob das Wertstoffmobil weiterläuft wie bisher. Dann müssen weitere 22.400 Euro Kosten einberechnet werden. Ein Ja ist nach der Sitzung der Arbeitsgruppe Abfall wahrscheinlich, demnach werden die Gebühren noch mal etwas angehoben.

Das Wertstoffmobil, das rechtsrheinisch die Kommunen Hamminkeln, Hünxe, Wesel und Schermbeck bedient, war ein Jahr gelaufen - mit gutem Ergebnis. Die Nachbargemeinde Schermbeck hat bereits die Fortsetzung des Einsatzes des Wertstoffmobils beschlossen. Teurer wird auch der Unterhalt für die Bäche - Grund: das neue Landeswassergesetz. Das war gestern Thema im Hauptausschuss.

Bei der Müllentsorgung sieht es laut Kämmerer Robert Graaf so aus: Sowohl die Gebühren für Gefäße als auch die Gewichtsgebühr werden ab 2017 steigen. Durch die Entscheidung für das Wertstoffmobil kostet beim Restmüll das 120-Liter-Gefäß künftig 133,83 Euro im Jahr. Das 240-Liter-Gefäß schlägt mit 165,03 Euro zu Buche. Der 1100-Liter-Container kostet 391,23 Euro.

Dazu steigt auch die Gewichtsgebühr von 60 auf 65 Cent je Kilogramm Restmüll. Ohne Wertstoffmobil erreicht die Gebühr 64 Cent pro Kilo. Hierzu entspann sich eine kuriose Kampfabstimmung nach Grünen-, FDP- und SPD-Antrag, das Thema erst im Rat zu klären. Bürgermeister Romanski (SPD) stimmte mit CDU und USD, sorgte so für ein Patt und die Ablehnung der Verschiebung.

Hintergrund des Gebührenschubs ist die Neuausschreibung der Abfallentsorgung, die bekanntlich im ersten Anlauf scheiterte und wegen der Beschwerde eines Anbieters wiederholt werden musste. Die Verwaltung hat jetzt auf der Basis des bisher preiswertesten Angebots gerechnet.

Voraussichtlich werden auch die Kosten für den Grünschnitt steigen, die ebenfalls in die Gebührenrechnung einfließen. Dagegen bleiben Entsorgungskosten des Kreises Wesel, der die Müllverbrennungsanlage Asdonkshof in Kamp-Lintfort betreibt, konstant.

Unterm Strich zeigt sich, dass der finanzielle Aufwand wächst, die Restmüllmenge aber rückläufig ist. Das führt im Hamminkelner Wiegesystem zu höheren Kilogebühren. Die individuelle Steigerung für die Haushalte hängt vom jeweiligen Müllgewicht ab. Für die blaue Papiertonne erhebt die Stadt nächstes Jahr keine Gebühr.

Die Belastung für die Bürger steigt auch durch teils erheblich höhere Gebühren beim sogenannten Unterhaltungsaufwand für fließende Gewässer. Die Verwaltung hat nun das neue Landeswassergesetz NRW in die Gebührensatzung eingearbeitet.

Es sieht vor, dass Eigentümer von Grundstücken mit versiegelten Flächen 90 Prozent des Aufwands tragen. Den Rest teilen sich die Besitzer landwirtschaftlicher und bewaldeter Flächen. Bei manchen Wasser- und Bodenverbänden belastet dies die Gebührenzahler stark. Kämmerer Robert Graaf sagte, dass dies jedoch nichts mit den Folgen der Starkregenereignisse im Juni zu tun habe.

Quelle: RP
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