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Wesel
Ärger um Lärm und Dreck von Bussen

Wesel: Ärger um Lärm und Dreck von Bussen
Mehrere Minuten lang hat der Fahrer dieses Busses an der Endhaltestelle Waldstraße gesten Mittag den Dieselmotor laufen lassen. FOTO: Klaus Nikolei
Wesel. Flürener beklagen, dass Dieselfahrzeuge an der NIAG-Endhaltestelle Waldstraße minutenlang den Motor laufen lassen. Von Klaus Nikolei

Täglich von morgens sechs bis abends 23 Uhr hält am Waldweg in Flüren zu jeder vollen Stunde ein Bus der Linie 85. Allerdings fährt er in aller Regel nicht sofort weiter, nachdem die letzten Fahrgäste ausgestiegen sind. Nein, die Busfahrer machen an der Endhaltstelle einige Minuten Pause. Daran ist an sich nichts auszusetzen. Dass allerdings viele Busfahrer die Motoren vier, fünf Minuten oder sogar länger laufen lassen, können Inge und Jürgen Weis nicht verstehen.

Das Ehepaar wohnt schräg gegenüber der Haltestelle und ärgert sich über Lärm und Abgase. "Für mich hören sich manche veralteten Fahrzeuge an, wie alte Partikulier-Schiffe aus den 60er-Jahren auf dem Rhein. Diese Busse erzeugen eine erhebliche Geruchs- und Lärmbelästigung, und ich betrachte dieses als Umweltfrevel", sagt der 64-Jährige. Und seine Frau fügt hinzu: "Wenn der Wind ungünstig steht, habe ich den Dieselgeruch im Wohnzimmer." Mehrfach schon, so erzählen die Eheleute Weis, habe man mit mit Busfahrern Kontakt aufgenommen. "Auf unsere Bitte, doch das Dieselfahrzeug auszumachen, erhielten wir Antworten wie ,Ich fahre ja gleich wieder weg' oder ,Wenn ich den Motor ausschalte, springt er nicht wieder an'."

Doch das ist noch nicht alles. Die beiden gebürtigen Flürener empfinden es als "unmöglich, dass Busfahrer ihre Notdurft in der angrenzenden Hecke verrichteten oder Essensreste einfach auf der Straße entsorgten", wie sie sagen.

Seinen Unmut hat Jürgen Weis der Niederrheinischen Verkehrsbetriebe AG (Niag) schon einmal vor Jahren schriftlich mitgeteilt. Eine Antwort blieb allerdings aus. Und auch mehrere Hinweise an das Weseler Ordnungsamt - Themen: laufende Bus-Motoren, "Raser" auf der Waldstraße, wildes Parken abends und an Wochenenden auf Gehwegen und vor Hauseinfahrten - hätten nichts bewirkt.

Hans-Ulrich Brands, stellvertretender Betriebsleiter bei der Niag, hat sich gestern auf Anfrage zu den Beschwerden geäußert. Er sagt: "Die Anwohner haben absolut recht. Alle Fahrer, auch die der von uns beauftragten Firmen, haben die Anweisung, ihren Bus nicht länger als eine Ampelphase laufen zu lassen. Es gibt keinen Grund, die Motoren an den Endhaltestellen laufen zu lassen." Man werde sich darum kümmern.

Kümmern will sich auch das Ordnungsamt. Und zwar um das Problem der Raser auf der Waldstraße. "Wir werden", verspricht Dezernent Klaus Schütz, "demnächst mit unserem abgestuften System beginnen und eine Woche das Tempo messen, anschließend womöglich die Geschwindigkeitstafel aufhängen und am Ende, wenn tatsächlich zu schnell gefahren wird, den Radarwagen zur Waldstraße schicken."

Quelle: RP
 
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