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Wesel
Ärger ums Parken auf dem Großen Markt

Wesel. Seit Kurzem nutzen immer mehr Autofahrer den Radweg an der Dimmerstraße und den Platz vor dem Willibrordi-Dom als Stellfläche. Um das zu unterbinden, verteilt die Stadtwacht kräftig Knöllchen. Viele Sünder zeigen sich uneinsichtig. Von Klaus Nikolei

Praktisch jedes Jahr im Spätherbst gibt es in der Innenstadt Probleme mit dreisten Autofahrern, die ihre Fahrzeuge auf dem Kornmarkt beziehungsweise auf dem Vorplatz des Willibrordi-Doms parken. Beide Bereiche sind als reine Fußgängerzonen ausgewiesen. Besonders auffallend in diesem Jahr, dass die Parksünder nun auch den Großen Markt (ebenfalls Fußgängerzone) und den Radweg der Dimmerstraße für sich als bequeme Stellflächen entdeckt haben. Denn von dort ist es nur einen Katzensprung zu zahlreichen Gastronomiebetrieben. Folge: Wer seinen Wagen im Schatten des Doms parkt und dabei erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss 30 Euro zahlen. Mit 20 Euro dabei ist derjenige, der "nur" auf dem Radweg steht.

Zwar gibt es einige Verkehrssünder, die sich ihrer Schuld bewusst sind und, ohne groß zu zaudern, die geforderte Summe an die Stadtkasse überweisen. Doch es gibt auch eine ganze Reihe Zeitgenossen, die für die Arbeit der Stadtwacht keinerlei Verständnis haben. Das jedenfalls weiß Gerd Füting, der Leiter des Weseler Ordnungsamtes, aus leidvoller Erfahrung. "Manche geben sich völlig uneinsichtig und argumentieren, dass auf dem Großen Markt doch genügend Platz sei und man dort niemanden störe." Ein Argument, das bei Füting allerdings nicht zieht. "Wir können es nicht zulassen und wollen es auch nicht, dass der Große Markt als Parkplatz missbraucht wird, weil er nun einmal Fußgängerzone ist. Das gilt auch für den Kornmarkt und das Umfeld des Doms", sagt Füting. Aus diesem Grund sind jetzt verstärkt abends - auch an den Wochenenden - Mitarbeiter der Stadtwacht unterwegs, um Knöllchen zu verteilen.

Wenn immer mehr Autos abends falsch parken, könnte das womöglich ein Zeichen dafür sein, dass einfach der Bedarf an Stellplätzen gestiegen ist. Das allerdings glaubt Gerd Füting nicht. "Es gibt doch wirklich genügend Flächen an der Martinistraße, auf dem Parkdeck des Bühnenhauses und auf dem Parkplatz am Rathaus", sagt der Ordnungsamtschef. Das mag stimmen. Aber bis zum Großen Markt, wo es mit dem Extrablatt, der Weinzeit und dem griechischen Restaurant Hellas ebenfalls einige gut besuchte Lokale gibt, sind es nun mal drei bis fünf Gehminuten. Und das ist für so manchen schon zu viel.

Das Problem könnte beispielsweise dadurch schon gelöst werden, wenn das Parkhaus unter dem Großem Markt abends länger - und auch sonntags - öffnen würde. Das jedoch wird nicht passieren. Auf Anfrage erklärte nämlich die Parkhaus-Betreiberfirma Contipark, dass sich das nicht rechnen würde. Selbst bei Großveranstaltungen wie PPP oder dem Historischen Hansefest mit verkaufsoffenem Sonntag lohne sich der Aufwand kaum.

Zwar betont Füting, dass es der Verwaltung wichtig sei, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden. Gleichwohl dürfte sich die Stadt - genauer gesagt: der Kämmerer - darüber freuen, dass die Parksünder, ob einsichtig oder nicht, jährlich rund 200.000 Euro in die Stadtkasse spülen.

Quelle: RP
 
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