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Himmel Und Erde
Afrika-Jahr 2017

Wesel. Besorgniserregenden Nachrichten aus Amerika und anderen Krisenregionen lassen in diesen Wochen kaum Raum für ermutigende Bilder und Ereignisse. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einen Anstoß gegeben und Eckpunkte für einen "Marshallplan mit Afrika" entwickelt. Gleichzeitig wird 2017 zu einem besonderen Afrika-Jahr ausgerufen. "Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und müssen begreifen, dass Afrika nicht der Kontinent billiger Ressourcen ist, sondern die Menschen dort Infrastruktur und Zukunft benötigen.", so Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller bei der Vorstellung seiner Idee, einen Masterplan für neue wirtschaftliche, soziale, politische und rechtsstaatliche Entwicklungen in Afrika zu entwickeln. Nun hat Afrika in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Hilfs- und Förderprogramme erlebt, von denen viele buchstäblich versandet sind. Oft war der Eigennutz der reichen Geberländer größer als das Interesse, den Ländern Afrikas tatsächlich nachhaltig zu helfen. Oft haben auch korrupte Regierungen und unkontrollierte Bürgerkriege in den bettelarmen Nehmerländern zukunftsweisende Entwicklungshilfe verhindert. Nun also ein Marshall-Plan für Afrika. Erinnerungen werden wach an den Marshall-Plan der USA, der nach dem Zweiten Weltkrieg Deutschland und Europa Wachstum und Wohlstand beschert hat. In den Eckpunkten des Plans für Afrika finden sich die wichtigsten Forderungen von Entwicklungshilfeorganisationen wieder, die seit vielen Jahren diskutiert werden: Bessere Bedingungen für Privatinvestitionen, mehr Geld für Infrastruktur, Gesundheitssysteme sollen ausgebaut, Fluchtursachen bekämpft und Folgen des Klimawandels gemindert werden. Deutlich wird: Es gibt nicht EINE Lösung, EINEN Weg, EINEN Plan, um auf die Herausforderungen des Kontinents zu reagieren. Aber: Afrika und Europa sind Nachbarkontinente, verbunden durch eine gemeinsame Geschichte. Wir stehen in der Verantwortung für unsere gemeinsame Zukunft. Von einer Bewältigung der großen Herausforderungen hängt nicht nur die Zukunft und das Schicksal Afrikas, seiner Menschen und seiner Natur, sondern auch die Zukunft Europas ab. Wir können die Herausforderung gemeinsam zum Nutzen beider Kontinente in einer neuen Dimension der Zusammenarbeit erfolgreich bewältigen. Das Afrika-Jahr ist eine großartige Chance, dem vergessenen und ausgebeuteten Kontinent und seinen Menschen zu neuer Würde und neuer Entwicklung zu verhelfen. Und es ist die richtige und angemessene Antwort auf den politischen Amoklauf von Donald Trump, der sich jeglicher Verantwortung für die Welt entzieht.

THOMAS BRÖDENFELD

Quelle: RP
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