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Wesel
Agrarforum: Wie Landwirte ihr Image aufbessern wollen

Wesel. Peter van Nahmen hätte ja gern erzählt, dass der Erfolg seines Unternehmens, der Saftkelterei van Nahmen, auch auf ausgeklügeltes, geplantes Marketing zurückzuführen ist. Es wäre aber ein bisschen geschönt gewesen. Van Nahmen berichtete also gestern beim sechsten Agrarforum von Volksbank Rhein-Lippe und Kreisbauernschaft bei Schepers in Obrighoven davon, wie sein Unternehmen es quasi durch Zufall einst in den hippen Manufactum-Katalog geschafft hat und mit seinem Angebot regelrecht für "Genuss" steht. Der Hamminkelner van Nahmen war gestern einer der Redner in Obrighoven, Werner Schwarz, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, ein zweiter. Zur Podiumsdiskussion im Anschluss an die Referate gesellte sich Jungbauer Jens Blomen aus Hamminkeln hinzu. Moderiert wurde die Veranstaltung, die sich mit der Notwendigkeit von Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beschäftigte und rund 140 Landwirte anzog, von RP-Wirtschaftsredakteur Thorsten Breitkopf. Von Barbara Grofe

Öffentlichkeitsarbeit werde immer wichtiger, sagte Kreisbauern-Chef Wilhelm Neu zum Start seines Vortrags - Landwirtschaft habe schließlich ein echtes Imageproblem, das müsse man aktiv angehen - ein Schritt seien die Radiospots, die seit Februar täglich auf Radio KW zu hören sind. "Wir müssen unsere Zukunft in die Hand nehmen", sagte Neu. Agieren, nicht nur reagieren, so lautete sein Appell.

Schwarz stimmte zu: Viele Gruppen hätten sich heute darauf verlegt, Landwirte regelrecht vorzuführen. Da sei von Massentierhaltung, Agrarfabriken, Giftmischern, Tierquälern die Rede. Dem müssten die Landwirte aktiv etwas entgegensetzen, eine entwaffnende Kampagne mit Glaubwürdigkeit, Transparenz, Echtheit und Ehrlichkeit. Dazu müssten Landwirte auch Schwachstellen (Beispiel Enthornung und Schnabelkürzung bei Nutztieren) zugeben und Lösungen finden.

Am Ende der Podiumsdiskussion gab es eine lebhafte Debatte um die Zukunft der Landwirtschaft, insbesondere der Milchwirtschaft. Mehrere Landwirte kritisierten die Funktionäre Neu und Schwarz. Auf allgemeine Zustimmung traf der Zwischenruf von Milchbauer Bernd Schwinum. "Die Landwirte sollten sich ein Vorbild an Peter von Nahmen nehmen, der auf dem Podium am deutlichsten zeigt, dass man den Blick nach vorne auf neue Chancen richten muss."

Quelle: RP
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