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Wesel
Aleviten machen mit beim Rosenmontagszug

Wesel. CAW-Präsident Thomas Holtkamp widerspricht Gerüchten, wonach das jecke Treiben am 8. Februar abgesagt sein soll.

Thomas Holtkamp, Präsident des Carnevals-Ausschusses Wesel (CAW), widerspricht Gerüchten, wonach der Rosenmontagszug in Wesel abgesagt werden soll. "Mittlerweile sind die letzten Punkte mit den Ordnungsbehörden abgestimmt und die entsprechenden Genehmigungen erteilt worden", so Holkamp gestern.

Er bedauert sehr, dass sich die Vorkommnisse zur Loveparade in Duisburg und zu den Silvesterfeiern in Köln "leider auf alle Großveranstaltungen auswirken. Reale wie abstrakte Gefahren lassen die Ordnungsbehörden mit der Erteilung der notwendigen Genehmigungen zögern". Für alle Großveranstaltungen würden schon seit einigen Jahren Sicherheitskonzepte verlangt, die Auflagen immer weiter in die Höhe getrieben. Für manche Veranstaltungen seien diese Forderungen und die daraus entstehenden Kosten nicht zu tragen. "Das Ende", sagt Thomas Holtkamp, "ist damit unausweichlich."

Auch der Karneval spürt diese Entwicklung. Vor wenigen Tagen kam das Aus für die Karnevalisten in Orsoy. In Köln und anderen Städten werden dem närrischen Volk Empfehlungen zur Kostümwahl nahegelegt. Und in Wesel mehrten sich zuletzt Gerüchte um das Aus für den Rosenmontagszug. Umso glücklicher ist der CAW-Chef, dass die Organisatoren des Zuges in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, den Ordnungsbehörden und dem Sanitätsdienst "die Weichen für einen unbeschwerten Karnevalstrubel am Rosenmontag gestellt zu haben. Der närrische Lindwurm wird rollen!". Zwar könne die geplante Party im Anschluss an den Zug nicht wie angedacht durchgeführt werden, da die Interessenten sich den Auflagen und anfallenden hohen Kosten nicht gewachsen sahen, doch werde der Abschluss des Zuges mit anschließender Prämierung der besten Motivwagen und Fußgruppen in abgespeckter Form am Berliner Tor stattfinden. Bis 16.30 Uhr könne dort der Zug ausklingen.

Allerdings ist eine Änderung des Zugweges nötig. Nach dem Start um 12.30 Uhr an der Kolpingstraße ziehen Gruppen und Festwagen über die Korbmacher- und Kreuzstraße. Weiter geht es über die Esplanade, am Marien-Hospital vorbei, über die Dimmerstraße und den Kornmarkt hinauf zur Ritterstraße. Anders als in den Jahren zuvor wird der Zug nicht durch die Baustraße geführt, sondern zieht ein zweites Mal am Kaufhof vorbei und biegt dann nach links in die Brandstraße ab. Von dort führt der Weg zum Berliner Tor. "Dieser Weg", sagt Holtkamp, "ist nicht neu, sondern war bis vor wenigen Jahren die lange Zeit übliche Route."

Der CAW freut sich übrigens, dass erstmals die alevitische Gemeinde am Rosenmontagszug mit Wagen und Fußgruppe teilnimmt. Die Aleviten sind Mitglieder einer vorwiegend in der Türkei beheimateten islamischen Glaubensrichtung. "Diese gelebte Integration wird von uns voll unterstützt", sagt Holtkamp.

Quelle: RP
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