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Wesel/Düsseldorf
Altana setzt auf Asien und Amerika

Wesel/Düsseldorf: Altana setzt auf Asien und Amerika
Der Altana-Konzern - hier eine Labor-Szene bei Byk Chemie - ist wirtschaftlich weiter auf einem guten Kurs. Allein am Sitz in Wesel sind gut 900 der weltweit mehr als 6000 Mitarbeiter tätig. FOTO: privat
Wesel/Düsseldorf. Der Weseler Konzern für Spezialchemie stellte gestern in Düsseldorf seine Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Umsatz liegt erstmals bei knapp zwei Milliarden Euro. Das Unternehmen profitiert vom internationalen Wachstum. Von Sebastian Fuhrmann

Der Weseler Chemiehersteller Altana wächst. Und das lässt sich nicht nur am Umsatz festmachen, der im vergangenen Jahr von 1,765 Milliarden Euro um elf Prozent auf 1,952 Milliarden und damit knapp zwei Milliarden Euro gestiegen ist: Erstmals beschäftigt Altana an seinen 49 Produktionsstätten auf der ganzen Welt mehr als 6000 Mitarbeiter, gut 900 davon am Hauptstandort Wesel. Nach Abzug der Steuern erwirtschaftete der Konzern einen Überschuss von 179 Millionen Euro; im Jahr 2013 waren es noch 152 Millionen. Das entspricht einem Wachstum von 18 Prozent.

Gestern stellte der Konzern mit Sitz in Wesel die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vor. Geladen hatte das Unternehmen, das Spezialprodukte für Lackhersteller, Kunststoffverarbeiter, Druck- und Kosmetikindustrie sowie die Elektroindustrie anbietet, in das noble Intercontinental-Hotel an der Düsseldorfer "Kö". "Wichtiger Einfluss auf dieses Gesamtergebnis war die erfolgreiche Integration der Rheologie-Aktivitäten", erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Wolfgruber.

Im Oktober 2013 hatte der Konzern das Additiv-Geschäft der US-amerikanischen Firma Rockwood mit vier Standorten und 340 Mitarbeitern übernommen. Das Unternehmen war in dieser Sparte einer der weltweit führenden Anbieter von Rheologie-Additiven, mit denen sich das Fließverhalten verschiedenster Materialien optimieren lässt; der Kaufpreis betrug 635 Millionen US-Dollar. Diese und andere Investitionen zahlten sich aus. "2014 war nicht nur ein Erntejahr, sondern wir haben auch durch Investitionen gesät", so Wolfgruber.

Insgesamt stellte der Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr ein homogenes Wachstum in allen Bereichen fest. Das eröffnet Spielraum für neue Investitionen. Die von 61 auf 63 Prozent (282 Millionen) gestiegene Eigenkapitalquote schafft da neue Möglichkeiten. Interessant ist im Hinblick auf mögliche Akquisitionen der Blick auf die Absatzmärkte von Altana, also die Regionen, in denen der Konzern das meiste Geld verdient.

Führend bleibt mit 41 Prozent und einem Umsatz von 795 Millionen Europa, dahinter liegen Asien (30 Prozent, 593 Millionen) und Nordamerika (27 Prozent, 527 Millionen). Dieses Verhältnis könnte sich in den nächsten Jahren etwas verschieben, das zumindest lassen die aktuellen Erwartungen der Unternehmensführung vermuten. "Günstige Kosten ziehen die Industrie zurück nach Amerika", sagte Wolfgruber. "Wir gehen davon aus, dass die USA ein nachhaltig starker Markt für uns sein werden, wir glauben an diesen Markt". Auch Asien sei ein wichtiger Wachstumsmarkt für das Unternehmen, auch wenn der asiatische Großraum etwas an Dynamik verloren habe. "Die Zahl der Mitarbeiter in Asien wird steigen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Schon im vergangenen Jahr hatte die Altana AG in China in neue Forschungs- Labor und Produktionsgebäude investiert.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen 2014 insgesamt bei 114 Millionen Euro. Zum Jahresende waren erstmalig mehr als 1000 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung tätig.

Quelle: RP
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