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Wesel
Altmetall soll in der Papiertonne landen

Wesel: Altmetall soll in der Papiertonne landen
Darf der ausgediente Kochtopf bald in die Papiertonne? In der soll versuchsweise einen Tag nach Abfuhr des Papiers Altmetall gesammelt und sofort abgeholt werden. FOTO: ekkehart malz
Wesel. So will der ASG illegale Sammlungen Privater verhindern und langfristig Gebührenstabilität sichern. Probelauf startet. Von Niels Ebling

Trotz Verbots sind im Stadtgebiet weiterhin private Altmetallsammler unterwegs. Grund hierfür sind die hohen Erlöse, die durch illegale Sammlungen erzielt werden. "Der Vorteil der privaten Sammler ist, dass sie vor der Haustür parken", sagt ASG-Betriebsleiter Ulrich Streich. Der städtische Betrieb hingegen nimmt derzeit Altmetall lediglich am Wertstoffhof an. In zwei Schritten will man dem Bürger jetzt entgegenkommen: Schon bald sollen Altmetall und Elektroschrott bei der mobilen Grünschnittannahme und am Schadstoffmobil abgegeben werden können. Langfristig ist geplant, die Altmetalle aus Haushaltungen über die blaue Papiertonne am Tag nach der Altpapierabfuhr abzuholen. Ein Probelauf in einigen Stadtteilen im Sommer soll zeigen, ob das funktionieren kann.

Heißt konkret: Am Donnerstag wird die Papiertonne geleert. Dann ist das Behältnis frei für das Altmetall, das der ASG am Freitag abholt. Die Altmetallsammlung könnte alle acht Wochen erfolgen. "Die Idee ist nicht neu. In anderen Kommunen gab es schon Testläufe mit Elektroschrott oder Altkleidern. Wir haben uns halt entschieden, es mit Metall zu versuchen", erklärt Streich. Die Ergebnisse aus anderen Städten ließen auf Erfolg hoffen. In Wesel sucht man in der Probephase Antworten auf drei Fragen: Machen die Bürger mit? Wie viel Altmetall kommt bei den Sammlungen zusammen? und Wie könnte die technische Umsetzung aussehen.

Von den Antworten auf die ersten beiden Fragen wird abhängen, ob sich die Sammlungen für den ASG lohnen. Damit entscheidet sich auch, ob das Holsystem Zukunft hat. Eine Prognose wagt Streich nicht. "Was man sagen kann, ist, dass sich bei der Verwertung wohl keine Probleme ergeben, da keine Mischung von Materialien vorliegt." Anfangs, davon geht der ASG-Betriebsleiter aus, wird sich das Modell nicht rechnen. "Es macht aber Sinn anzufangen und die Tür aufzustoßen", sagt er deutlich. Denn die neue Regelung könne langfristig helfen, die Gebühren generell zu stabilisieren. Denn Altmetallsammlungen sind ein lukratives Geschäft.

Bezüglich der Technik soll getestet werden, ob der Abtransport mit den klassischen Müllfahrzeugen möglich ist oder Pritschenfahrzeuge mit Hänger geeigneter sind. Probleme könnte es bei ersteren mit der automatischen Schüttung und der Müllpresse im Fahrzeug geben. Es besteht die Gefahr, dass sich Metallteile verkanten und den Betrieb stören. Im Vorfeld des Probelaufs, der in unterschiedlichen Stadtteilen zwischen Juni und August stattfinden soll, werden die betroffenen Haushalte über Infozettel und Aufkleber auf den blauen Tonnen frühzeitig informiert.

(RP/rl)
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