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"Die Ausbildungsinitiative" - präsentiert von Altana
"Am liebsten jeden Tag ein Bagger"

"Die Ausbildungsinitiative" - präsentiert von Altana: "Am liebsten jeden Tag ein Bagger"
FOTO: Malz Ekkehart
Kreis Wesel. Noch immer führen in den Traumjob-Hitlisten für Jungen und Mädchen die fürs jeweilige Geschlecht typischen Berufe. Doch es gibt auch andere Beispiele. Jamie Szymiczek ist erfolgreich auf dem Weg zur Land- und Baumaschinenmechatronikerin. Von Fritz Schubert

Jungs wollen was mit Autos machen, Mädchen was mit Haaren: Die Kfz-Branche und das Friseurhandwerk sind allen Versuchen, die Klischees aufzubrechen, zum Trotz in den Top Ten der Traumberufe immer noch ganz oben. Die sind dann auch meist vollkommen überlaufen. Abgewiesene fallen oft in ein mentales Loch, anstatt die Liste der mehr als 360 Ausbildungsberufe nach artverwandten Tätigkeiten zu durchforsten. Jamie Szymiczek hat es getan. Als Mädchen mit technischem Interesse hatte sie nach dem Abschluss an der Weseler Realschule Mitte eine Kfz-Lehrstelle haben wollen und keine bekommen. Also durchsuchte sie das Internet nach Informationen und kam im berufsvorbereitenden Jahr auf eine Praktikumsstelle bei der VBI GmbH in Wesel. Hier hat sie das erste Lehrjahr zur Land- und Baumaschinenmechatronikerin bald hinter sich und ist auf einem guten Weg, am Ende auch als Gesellin im Betrieb bleiben zu dürfen. Das hat Chef Ralf Vengels ihr bereits signalisiert.

Vengels hatte vor einem Jahr mehrere Lehrstellenbewerber zur Auswahl. "Jamie hat sich durchgesetzt, weil die anderen Defizite hatten und auch nicht das nötige technische Verständnis mitbrachten", sagt der 51-jährige Meister. Auf die Frage, warum sie sich für den Ausbildungsplatz beworben hatten, bekam er von männlichen Kandidaten Antworten wie "Weil ich nix anderes gefunden habe" oder "Weil meine Eltern das gesagt haben" zu hören. "Es fehlte also die Bereitschaft", erklärt Vengels. Bei Jamie Szymiczek ist das anders.

Ob Rasenmäher, Kettensäge oder Heckenschere, ob Rüttelplatte oder Radlader: Bei VBI wird alles wieder repariert und instandgesetzt. Das Rumschrauben ist genau nach dem Geschmack der 18-jährigen Mehrhoogerin. Die Fehlersuche auch. Denn die ist auf diesem Gebiet noch deutlich vielseitiger und interessanter als in der Kfz-Werkstatt, wo heutzutage immer häufiger ein Computer die Diagnose stellt. Vor Großgeräten hat die junge Frau keine Angst. Im Gegenteil. "Ich würde mir am liebsten jeden Tag einen Bagger schnappen", sagt sie und berichtet, dass sie schon von klein auf immer gern versucht hat, alles selbst hinzukriegen. Erst das Fahrrad, dann die Roller der Freunde. Gefahren hat sie diese nie, aber daran geschraubt. Angepackt hat sie schon eine ganze Menge, aber noch nicht den Führerschein. Bald will sie aber damit anfangen, aktuell kommt sie mit dem Zug nach Wesel.

Zur Berufsschule geht Jamie Szymiczek in Kleve. Und es ist kaum verwunderlich, dass sie die einzige Frau in der Klasse ist. Das macht ihr aber nichts aus. Im siebenköpfigen Betrieb von Ralf Vengels, der seit nunmehr elf Jahren besteht, ist sie auch die einzige Frau in der Werkstatt.

Unabhängig von Vengels' Wink, die Mehrhoogerin am Ende der Ausbildung übernehmen zu wollen, sind die Aussichten gut, denn Facharbeiter werden in der Branche gesucht. Und es gibt unendlich viele Möglichkeiten, sagt Vengels.

An ein späteres Studium zur Maschinenbauingenieurin denkt Jamie Szymiczek noch nicht. An eine Meisterprüfung schon. Die will sie aber erst mit einiger Erfahrung im Beruf angehen. Von der heutigen Möglichkeit, den Meisterbrief unmittelbar nach der Ausbildung anzustreben, halten weder Ralf Vengels noch Jamie Szymiczek was. Weil die nötige Praxis fehlt.

Quelle: RP
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